Das Ident-System bei der Müllabfuhr

Was macht das Ident-System?
Im Jahr 2010 haben wir bei der Müllabfuhr ein Ident-System eingeführt. Damit werden alle Leerungen der Rest- und Bioabfallbehälter elektronisch gezählt. Die Anzahl der Leerungen wird dann zur Berechnung der Abfallgebühr herangezogen. Die Abfallgebühr orientiert sich damit wesentlich stärker als bisher am Prinzip der Verursachergerechtigkeit. Wer die Tonnen seltener zur Abfuhr bereitstellt, profitiert von einer geringeren Abfallgebühr, wer die Tonnen häufiger leeren lässt, zahlt etwas mehr. Eine Müllverwiegung findet mit diesem System also nicht statt. Die Abfuhr der Papiertonne wird nicht mit dem Ident-System erfasst.

Wer zählt denn die Leerungen?
Das macht ein kleiner elektronischer Chip, der Transponder. Alle Rest- und Bioabfallbehälter sind damit ausgerüstet. Der Transponder von der Größe einer 2-Euro-Münze enthält eine einmalige Codenummer, hat die Form eines Kunststoffpucks und sitzt fest verankert im oberen Rand des Abfallbehälters, dem so genannten Schüttkamm. Der Chip erfüllt alle Vorschriften des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bezüglich Datenschutz, Datenintegrität, Arbeitsschutz, elektromagnetischer Verträglichkeit sowie funktechnischer Anforderungen.

Und wie funktioniert das genau?
Das lässt sich am besten anhand des nachfolgenden Schaubilds erklären:

identsystem_schema_525 © MOBA AG

  1. Der mit Transponder ausgerüstete Rest- oder Bioabfallbehälter wird zur Abfuhr bereitgestellt.
  2. Das Müllfahrzeug kommt. Es ist mit Antennen und einem Empfänger (sog. Transponder-Lesegerät) ausgerüstet. Der Abfallbehälter wird in die Schüttung des Fahrzeugs eingehängt. Während der Behälter geleert wird, «liest» die an der Schüttung angebrachte Antenne die im Transponder gespeicherte Codenummer. Die Leerung des Abfallbehälters mit dieser Codenummer wird damit erfasst und eindeutig dem Grundstück zugeordnet. Die Lesereichweite zwischen Antenne und Transponder ist gering (20 cm). Damit ist technisch sichergestellt, dass eine Registrierung der Leerung ausschließlich beim Kippvorgang des Behälters an der Schüttung des Müllfahrzeugs erfolgen kann. Die eindeutig zugeordnete Leerung wird zusammen mit Datum und Uhrzeit im Bordcomputer des Müllfahrzeugs gespeichert.
  3. Am Ende der Sammeltour werden alle im Bordcomputer des Müllfahrzeugs gespeicherten Entleerungsdaten an ein Behälterverwaltungsprogramm im Landrats­amt übermittelt.
  4. Im Behälterverwaltungsprogramm werden alle Leerungen der Rest- und Bioabfallbehälter gesammelt und verwaltet; getrennt nach Behälternummern und jeweils eindeutig einem Anwesen zugeordnet.
  5. Für die Erstellung des Gebührenbescheids werden die Leerungen jedes einzelnen Abfallbehälters addiert und zur Gebührenberechnung herangezogen. Die Leerungszahlen, die Auskunft über die tatsächlich in Anspruch genommenen Abfuhren geben, werden auf dem Gebührenbescheid ausgewiesen.

Der Hinweisaufkleber an meiner Tonne ist halb abgerissen. Wird die Tonne jetzt überhaupt noch geleert?
Ja, natürlich. Dieser Aufkleber ist hauptsächlich für den Behälterservice wichtig, der Tonnen ausliefert oder abholt. Die Erfassung der Leerung über das Ident-System funktioniert weiterhin, da die Zählung ausschließlich über den Transponder in der Tonne erfolgt. Trotzdem bitten wir Sie, unserem Kundenservice (Kontaktdaten siehe rechte Spalte) kurz mitzuteilen, wenn ein Aufkleber beschädigt oder abgerissen ist. Der Aufkleber wird dann ersetzt.

Wer jetzt noch wissen will, was sich hinter der Verheiratung und Scheidung von Mülltonnen verbirgt, der sollte hier weiterlesen. Ausführliche Informationen zu unserem neuen Abfallwirtschaftskonzept und dem Ident-System haben wir auch im DownloadCenter für Sie zusammengestellt.


Grafik: MOBA AG | Fotos: MOBA AG, Harald Heinritz



Erstellt am 12.07.2012 11:37, geändert am 19.01.2015 15:17

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