Gartenkunst, wo der Rettich herkommt

Die Gartenschau 2011 in Kitzingen stand ganz im Zeichen der gärtnerischen Vielfalt

„Gartenstadt am Fluss“ ist war der sprechende Titel der Kleinen Gartenschau in Kitzingen. Der prächtige neue Park ist seit Herbst 2011 für alle Besucher geöffnet. Entlang des linken Mainufers, im Kitzinger Gärtnerdorf Etwashausen, sind bunte Gartenfelder aufgereiht. Der Main und der Gartenbau gehen in Etwashausen seit Jahrhunderten zusammen. Den Flößern, die mit den Stämmen aus dem Steigerwald flußabwärts zogen, sollen die frischen Gartenwaren mit auf den Weg gegeben worden sein, zur Verpflegung und bald schon für den Handeln und als wichtiges Wirtschaftsgut. Im 20. Jahrhundert waren die Flächen zwischen Dorf und Main zu klein geworden, die Betriebe verlagerten die Gärtnereien an den östlichen Ortsrand.

NeueGaerten_01 © Landratsamt Kitzingen  Mauergarten_03 © Landratsamt Kitzingen  Wiesentheid 1b_ 018 © Landratsamt Kitzingen

Neuer Park am Main

Mit der Bewerbung um die Kleine Gartenschau hat die Stadt Kitzingen die alten Gartenflächen am Main aus dem Dornröschenschlaf erweckt. Die unmittelbare Nähe zum Main und die gärtnerische Tradition werden als abwechslungsreiche Spiel- und Freizeitlandschaft für Groß und Klein inszeniert. Wie eine weitere Schicht liegen neue Wege und markante Blockstufen, die als Sitzplätze und Abgrenzung dienen, über den Gärtnerparzellen. Sieben Gartenfelder zeichnen die Struktur der Parzellen vom Main bis zu den Gärtnerhöfen nach. Die Gartenfelder sind mit neuen Gärten gefüllt.
 

Stadt und Landkreis Kitzingen im Zeichen der Kleinen Gartenschau 2011

Stadt und Landkreis Kitzingen bereiteten sich mit großer Freude darauf vor, den Besuchern ein guter Gastgeber zu sein. Mit zahlreichen Veranstaltungen rund um die Themen Gartenkultur und Wein lädt das Kitzinger Gartenland zum Verweilen ein. Der Landkreis Kitzingen nahm die Gartenschau zum Anlass, seine Gartenschätze zu sammeln und in einer umfangreichen Broschüre zu veröffentlichen.

Die Weintraube ist das bekannteste Gewächs des Kitzinger Landes. Daneben ist im warmen trockenen Klima in jahrhundertealter Kultur eine außergewöhnliche Vielfalt gartenkultureller Schätze auf kleinem Raum herangewachsen. Im Landkreis Kitzingen liegt ein Schwerpunkt des Gartenbaus in Bayern.

In die weiten Fluren des mainfränkischen Beckens hat sich der Main tief eingeschnitten. Gerahmt wird die Ebene von den Silhouetten der Mittelgebirge, dem Steigerwald, den Haßbergen und dem Spessart. Schon seit alters her wurde das Land bewirtschaftet. Die Kartäuser, Zisterzienser und Beneditiner, wie die adeligen Landesherren führten Gewächse aus fernen Ländern ein, neben den Reben wachsen vor allem Obst wie Äpfel, Zwetschgen, Quitten, Birnen und Pfirsiche und Gemüse, Spargel und Zierpflanzen.

Neben hochspezialisierten Betrieben und Gärtnereien gibt es Raritätengärtnereien, die sich den alten Sorten verschrieben haben. Viele Gärtnereien öffnen ihre Türen.

Eine Besonderheit Mainfrankens sind die dicht angelegten Dörfer und Städte, die häufig gegen Angriffe verteidigt werden mussten. Immer noch finden sich reizvolle Wehranlagen um viele Orte, wie eine Vielzahl von Kirchenburgen in den Dörfern des südlichen Landkreises. In vielen Orten werden um die historischen Ortskerne ländliche Nutzgärten liebevoll gepflegt.

Im Landkreis Kitzingen finden sich bedeutende, aber fast unbekannte Werke der Gartengeschichte. Die Häuser Schönborn und Castell und Alberich Degen, Abt des Klosters Ebrach, ließen sieben weitläufige Anlagen errichten, zur Präsentation, auch aus dem tiefen Bedürfnis heraus, ein Stück Himmel auf Erden zu schaffen. Von einem der frühesten Barockgärten Süddeutschlands in Gaibach, heute zum Landschaftspark umgestaltet, bis zum Reformgarten der Neuzeit auf dem Schwanberg, der weithin sichtbaren Landmarke des Kitzinger Landes, bieten sich Spazierwege durch über 300 Jahre Gartengeschichte.

Gärtnereien öffnen ihre Türen: Seien Sie zu Gast bei Profis!

Besuchen Sie das Kitzinger Gartenland auch im Internet: www.kitzinger-gartenland.de


 



Erstellt am 07.06.2011 12:25, geändert am 02.04.2012 08:24

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