Blumen, die Menschen und ihre Ideen machen den Garten, nicht der Zaun.
Auch im Jahr 2009 hatte der Verband für Gartenbau und Landespflege zum „Tag der offenen Gartentür“ eingeladen. Wieder erhielten die Besucher Einblick in die kleinen privaten Welten der teilnehmenden Pflanzen- und Naturliebhaber, in die kleinen friedvollen Welten, die sonst nur über den Zaun hinweg bewundert werden können. Im Landkreis Kitzingen zeigten am 28. Juni 2009 fünf Gartenbesitzer ihre Gartenwelten, als Einladung zum Genießen und zur Inspiration.

 Rose

Eine Besonderheit war die Vorstellung der bepflanzten Versickerungsmulden im Baugebiet Ebentalweg IV in Willanzheim. Gemeinden und Gartenbesitzer gehen neue Wege, um das Regenwasser von Dächern und Straßen gleich vor Ort versickern zu lassen. Der Markt Willanzheim ließ dafür Versickerungsmulden anlegen, die den Gärten vorgelagert sind. Für die Bepflanzung der Mulden sorgte die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim (LWG). Hier werden heimische Pflanzen auf ihre Eignung für diese extremen Standorte geprüft. Wie vertragen die unterschiedlichen Arten Überflutungen und starke Trockenheit? Welche Pflanzen sind besonders attraktiv? Wie viel Pflege brauchen die Mulden?
Um 11.00 Uhr erklärte Angelika Eppel-Hotz von der LWG die Planung.
Um 13.00 Uhr führte Kreisfachberaterin Mechthild Engert durch das Baugebiet,
um 15.00 Uhr der Landschaftsarchitekt und Stadtplaner Frieder Müller-Maatsch.

Im Süden des Landkreises liegt auch der Garten von Maria Luise Thein. In Marktbreit waren auf 400 m² englische Rosen, Stauden, und blühende Gehölzen zu bewundern, die das Herz von Pflanzen-, besonders Rosenliebhabern höher schlagen lassen. Über drei terrassierte Ebenen entstehen ganz eigene Gartenbereiche, die gestalterisch durch die Materialien, Muschelkalk für Wege und Mauern, und die Pflanzen zusammengehalten werden. Rosen werden mal von Clematis, mal von Gräsern und Stauden wie Funkien und Frauenmantel begleitet. Die fröhliche Gemeinschaft wird von Buchsbaumhecken gebändigt.

In Obervolkach öffneten Birgit und Andreas Rapp wieder ihre Gartentür. Der Besucher entdeckt einen Garten, der abgeschirmt von der Straße ist, mit weiten Blicken vom Garten in die umgebende Landschaft, mit Sitzplätzen für jede Stimmung, jedes Wetter und jede Tageszeit. Überall dort, wo man die Blüten und Blätter der üppigen Staudenpflanzungen genauer betrachten will, oder einfach umgeben von wohltuenden Düften, Schatten oder Sonnenstrahlen sitzen und genießen will. Dieser Garten ist ein Garten ohne Rasen. Die Skulpturen aus dem eigenen Atelier steigern noch die Wirkung der Pflanz-Kompositionen und des Gesamtbildes.

Auch im Garten von Klaus Schneider in Wiesentheid sind eigene Skulpturen und Objekte in Szene gesetzt. Es ist ein Garten der Ruhe und Harmonie und der vielfältigen Sinneseindrücke. Klaus Schneider besuchte Japan vor vielen Jahren. Die Gärten von Kyoto beeindruckten ihn tief, die Bilder ließen ihn nicht mehr los. Auf 1500 m² interpretiert er die japanische Gartenkunst für die fränkische Landschaft. Grüne und blühende Hügel, mächtige Bäume und eine große Kiesfläche, als Symbol für Wasser, sind ihren Vorbildern nachempfunden, aber gekonnt für den Ort arrangiert. Figürliche Steinskulpturen ruhen in den schattigen Gartenteilen. Metallobjekte glitzern im Sonnenlicht auf, jede Windböe kann gehört werden, denn sie bringt wieder andere Objekte zum Klingen.

Ganz im Osten des Landkreises, in Wasserberndorf im Steigerwald, zeigte Familie Pitsch ihren Villengarten. Unterschiedliche Gartenräume gehen ineinander über. Jeder für sich ist großzügig gestaltet. Der Zugang ist schattig und ruhig und von hohen Koniferen gerahmt, dann öffnet sich der Weg in einen sonnigen Hanggarten mit einem Schwimmteich, üppig blühenden Rabatten und einem Wasserfall. Vom Freisitz aus bietet sich ein weiter Blick ins Tal und den gegenüberliegenden Hang. Endpunkt des Weges ist ein Karpfenteich in einem japanischen Garten, der um einen alten Kirschbaum angelegt wurde.

Alle Gärten waren am Sonntag, den 28.06.09 von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Wie in jedem Jahr ließen sich zahlreiche Besucher die Gelegenheit nicht entgehen, einen Blick hinter die Gartentür zu werfen. Über die Freude an den schönen Fleckchen und die gemeinsamen Gärtner-Sorgen war es leicht, miteinander ins Gespräch zu kommen.


 

Garten Marktbreit
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Rapp Obervolkach
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Schneider Wiesentheid
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Hier die Info-Broschüre mit den teilnehmenden Gärten in Unterfranken aus dem Jahr 2009:

UF-Broschüre 09, 926 KB

 




Erstellt am 12.06.2009 16:54, geändert am 21.04.2010 10:47

Kontakt
Frau Mechthild Engert, - Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege
Frau Mechthild Engert
Tel: +49 (9321) 928-4205
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Kreisfachberatung