Januar Solange es draußen so grau und ungemütlich ist, verschwendet kaum jemand einen Gedanken an den Garten. So geraten auch die Kübelpflanzen im Winterquartier leicht in Vergessenheit. Damit aber auch sie im Sommer wieder zu voller Blütenpracht auflaufen können, brauchen sie in ihrem Winterquartier ein bisschen Aufmerksamkeit. Obwohl in der Ruhephase relativ wenig Wasser verdunstet wird, müssen die Pflanzen regelmäßig gegossen werden. Die Erde darf zwar keinesfalls völlig austrocknen, aber es soll erst dann wieder vorsichtig nachgegossen werden, wenn die obere Schicht des Bodens angetrocknet ist, und erste Risse zeigt. Das Wasser sollte gut ablaufen können und nicht allzu lange im Untersetzer stehen bleiben, weil sonst die Wurzeln schnell faulig werden können. Trockene oder gelbe Blätter an der Pflanzen sollten gleich entfernt werden, auch bereits abgefallenes Laub entsorgt man am besten gleich mit. Solche Hygienemaßnahmen beugen Pilzerkrankungen vor. Diese breiten sich nämlich gerne in der feuchten und oftmals zu warmen Luft im Überwinterungsraum aus. Ideal zum Überwintern sind deshalb Temperaturen zwischen 5 und 8°C. Je wärmer die Pflanzen stehen umso größer ist die Gefahr, dass sich Schädlinge im Winterquartier breit machen. Deshalb tut den Pflanzen häufiges Lüften gut. Die Luftzirkulation wird verbessert, die Luftfeuchtigkeit verringert und die Temperatur sinkt. Aber Vorsicht: Eisige Zugluft ist nicht gerade das, was die Kübelpflanzen vertragen können. Deshalb die Fenster nur an milden, frostfreien und sonnigen Tagen öffnen. Stehen die Pflanzen sehr dunkel, beenden viele bei zu hohen Temperaturen ihre Wachstumsruhe und beginnen auszutreiben. Diese langen, schwachen Triebe kosten die Pflanze aber unnötig Reserven, deshalb werden sie direkt an der Austriebsstelle entfernt. Ein paar Wochen müssen die Kübelpflanzen schon noch aushalten in ihrem Winterlager. Damit man im Frühsommer dann keine bösen Überraschungen erlebt, sollte man ihnen auch jetzt im Winter diese regelmäßigen Pflegemaßnahmen gönnen. Weitere Gartentipps gibt es außerdem unter: www.kitzingen.de/behördenführer/gartenkultur und landespflege In fast jedem Garten gibt es sie — die ungeliebten schattigen Ecken. An dieser Stelle haben wir schon mehrmals Vorschläge für diese so genannten ‚Problemzonen‘ im Garten gemacht, heute soll eine Pflanze vorgestellt werden, der halbschattige bis schattige Plätze sehr gelegen sind und die sich dort zu schmucken Exemplaren entwickelt. Funkien oder botanisch Hosta gibt es in zahlreichen Arten und Sorten. Sie zählen zu den Blattschmuckstauden, d.h. sie zeigen ihre eigentliche Schönheit mit ihren Blättern, die je nach Art hell-, dunkel- oder gar blaugrün sein können, manchmal weiß oder gelb gestreift sind oder auch unterschiedliche Blattformen haben, die sowohl schmal und länglich oder groß und breit sein können. Die Auswahl ist sehr groß, und das macht die Gattung Hosta richtig interessant für den Garten. Von kleinen niedrigen Sorten bis hin zu mächtigen Blattschöpfen, die fast einen Meter groß werden, reicht die Palette. Und mit all diesen Schmuckformen der Blätter sind Hosta gute Partner zum Kombinieren, die sich sowohl in naturnahe als auch in streng formale Gestaltungen gut einfügen. Die Wuchsform der Funkien ist horstig, ältere Pflanzen wirken mit dem üppigen Blattwerk wie ein kleiner Busch. Allerdings drängt sie sich nicht in den Vordergrund, denn als Blattschmuckstaude zeigt sie weder eine spektakuläre Blüte noch sticht sie mit grellen Grüntönen andere Stauden aus. Besonders in schattigen Bereichen, wo die Farben ganz anders wirken als im hellen Sonnenlicht, unterstreicht sie mit ihren interessanten Grüntönen die Farben und Blütenformen benachbarter Stauden und Gehölze. Die glatte, meist stark geäderte Struktur ihrer Blätter bringt Ruhe und Rhythmus in eine Pflanzung. Ein interessantes Farbspiel ergibt sich, wenn blaublättrige Hosta mit blau blühenden Stauden kombiniert werden. Dabei entsteht eine kühle Farbstimmung. Damit diese im Halbschatten nicht zu düster wirkt, empfiehlt sich die Zuordnung einiger weniger heller Farbtupfer, etwas in weiß oder cremefarben, wodurch die Pflanzung sehr elegant wirken kann. An blaulaubigen Funkien sind u.a. Sorten wie ‚Blue Angel‘, ‚Krossa Royal‘, ‚Elegans‘ oder ‚Blue Moon‘ erhältlich. Gelblaubige Hosta wirken zwar oft schon für sich selbst. Ihre Blattfarbe und —zeichnung erlaubt aber schöne Kombinationen mit vielen Stauden. Die Blattschöpfe sorgen für ruhige Punkte in Pflanzungen und können unterschiedliche Blattstrukturen und Blütenfarben anderer Stauden ideal verbinden. Die bekannteste dieser Hosta ist wahrscheinlich ‚Frances Williams‘, aber auch ‚Aurea‘ oder ‚Aureo-Marginata‘ sind wertvolle und gut erhältliche Sorten. Hosta sind im allgemeinen nicht sehr anspruchsvoll. Am besten gedeihen sie auf lehmig-humosen Böden. Halbschattige bis schattige Lagen am Rande von Gehölzen sind ihre Lieblingsplätze. Sehr gut kommen sie aber auch an Wegrändern oder in der Nähe von Wasserbecken zu Geltung. Sogar in Kübel gepflanzt entwickeln sich Hosta zu prächtigen Exemplaren. Ihre eigene Blüte spielt aber eine untergeordnete Rolle. Sie bilden einen langen Stängel, mit kleinen, unscheinbaren lila oder weiße Blütenglöckchen, die weit über dem Blattwerk stehen und für kurze Zeit im Juli/August für zusätzliche Effekte sorgen. Ein wenige Geduld muss man im Frühjahr aber schon aufbringen, denn der Austrieb der Hosta lässt gerne etwas auf sich warten. Die kleinen dunkelvioletten bis braunen Spitzen erscheinen, je nach Sorte, oft erst im Mai. Schon dieser Anblick ist eine Augenweide. Und die Ausbildung der Blätter, die sich von länglich zusammengerollten Paketen zur vollen Blattform entfalten ist ein schönes Schauspiel. Und diese späte Austriebszeit macht Hosta gleichzeitig zum idealen Partner für Blumenzwiebeln. Denn zur Blütezeit von Schneeglöckchen, Blausternchen, später auch Tulpen und Narzissen sind sie noch nicht oder nur kaum zu sehen. Erst dann, wenn die Zwiebeln verblüht sind und unansehnlich geworden sind, haben Hosta ihr Blätterdach schon entfaltet und überdecken die Reste und die kahlen Stellen, die die Frühlingsblüher hinterlassen haben. www.kitzingen.de/behördenführer/gartenkultur und landespflege Februar Der Winter wird wohl noch einige Wochen dauern, die Tage werden zwar langsam länger, trotzdem sind grauer Himmel und trübe Tage nicht die idealen Bedingungen, dass sich die Zimmerpflanzen so richtig wohl fühlen. Auch die trockene Heizungsluft in den Räumen macht den grünen Mitbewohnern das Leben schwer. Sehen die Pflanzen schlapp aus, vertrocknen die Blätter an den Spitzen, wirkt das Grün eher stumpf und matt, dann ist das bei den meisten Zimmerpflanzen ein Zeichen dafür, dass sie unseren Winter langsam satt haben. Damit sich die grüne Pracht auf dem Fensterbrett nicht zu einer verwelkenden Traurigkeit entwickelt, kann man den Pflanzen eine vorgezogene Frühjahrskur gönnen. Am meisten leiden Zimmerpflanzen unter schlechtem Raumklima. Meist ist die Luft zu trocken. Wer seinen Pflanzen aber ab und an ein Brausebad gönnt, tut ihnen wahrhaft Gutes. Damit wird der Staub von den Blättern gespült und die Pflanzen können wieder leichter atmen. Das Wasser darf allerdings nicht eiskalt sein. Vorsicht bei Pflanzen mit weichen, behaarten Blättern. Sie schätzen es gar nicht, wenn sie von oben beregnet werden, bilden sich auf ihnen doch leicht Faulstellen. Vielen Pflanzen ist es in den Wohnzimmern zwar zu warm und zu trocken, auf winterkalte Zugluft reagieren sie allerdings genauso allergisch. Besonders an frostigen Tagen können schon bei kurzem Lüften Erfrierungen an den Blättern und Trieben entstehen. Zeit zum Umtopfen ist es für Zimmerpflanzen meist dann, wenn der Topf zu klein geworden oder die Erde verbraucht ist. Am Ende des Winters sind die meisten Pflanzen für frische Erde dankbar. Steht die Pflanze aber gerade in voller Blüte, sollte man erst danach umtopfen. Pflanzen, die zu groß zum Umtopfen sind, freuen sich zumindest über eine oberflächliche Auflockerung des Bodens und ein paar Handvoll frischer Erde. Wer seine grünen Lieblinge wirklich optimal versorgen will, wählt eine gute Blumenerde. Diese ist vorgedüngt und in der Zusammensetzung sorgfältig auf die Bedürfnisse der Zimmerpflanzen abgestimmt. Mittlerweile sind auch Erden im Handel, die statt aus wertvollem Torf aus anderen Substraten zusammengesetzt sind. Damit wird ein Beitrag zum Schutz der Moorlandschaften geleistet. Nach dem Umtopfen sollte 6-8 Wochen kein Blumendünger verwendet werden, denn die frische Erde liefert genügend Nährstoffe. Wenn die Tage dann wieder länger werden, die Zimmerpflanzen ihre Ruhephase beenden und wieder neue Triebe und Blätter gebildet werden, kann wieder mit regelmäßigem Düngen begonnen werden. Auch hier gilt es, auf Qualität zu achten. Ein guter Volldünger enthält alle wichtigen Nährstoffe, die die meisten Zimmerpflanzen brauchen. Mittlerweile gibt es für die verschiedensten Pflanzengruppen spezielle Dünger, z.B. für Blühpflanzen, Palmen, Zitrusgewächse oder Orchideen. Aber Vorsicht. Allzu viel ist auch für Pflanzen ungesund. Sie brauchen nur in ihrer Hauptwachstumszeit eine zusätzliche Nährstoffversorgung. Die meisten Zimmerpflanzen haben im Winter ihre Ruhezeit, in der sie nur Wasser brauchen. Dieses sollte möglichst kalkfrei sein, am besten eignet sich abgekochtes oder abgestandenes Wasser. Weitere Gartentipps gibt es außerdem unter: www.kitzingen.de/behördenführer/gartenkultur und landespflege März Die klassische Arbeit in dieser Jahreszeit ist der Gehölzschnitt. Doch nicht nur Obstbäume müssen von Zeit zu Zeit richtig geschnitten werden. Auch Ziersträucher bilden im Laufe der Jahre altes Holz, lassen in ihrer Blüh- und Wuchswilligkeit nach und beginnen zu verkahlen und zu vergreisen. Gartenbesitzer wählen die Ziergehölze bewusst nach der Blütezeit aus. Mit der richtigen Abstimmung kann man sich dann vom zeitigen Frühjahr bis weit in den Sommer hinein an den blühenden Sträuchern freuen. Die unterschiedlichen Blütezeiten müssen aber bei der Wahl des richtig Zeitpunktes für den Rückschnitt beachtet werden. Die Art und Weise des Schnittes muss immer auf die Wuchsform des Strauches abgestimmt werden, sonst entstehen unschöne, zurechtgestutzte Gehölze. Nicht zu vergessen: für einen richtigen Rückschnitt ist ein gutes Schnittwerkzeug unerlässlich. Nur mit entsprechend scharfem Werkzeug entstehen glatte Schnittflächen. Stumpfe Scheren verursachen gequetschte oder ausgefranste Wunden, die schlecht verwachsen und eine offene Eingangstür für Bakterien und Krankheitserreger sind. Und auch bei den Blütensträuchern gilt: je stärker der Rückschnitt, desto stärker wird auch der Neuaustrieb sein. Günstigster Zeitpunkt für den Schnitt ist die Ruheperiode im Winter. (Ausnahmen sind die Frühjahrsblüher, sie werden nach der Blüte zurückgeschnitten). Beim Schneiden der Ziersträucher unterscheidet man zwei Arten. Der sog. Erhaltungsschnitt bezeichnet das regelmäßige Auslichten bei erwachsenen Gehölzen. Damit wird die Vitalität der Gehölze gefördert. Der Verjüngungsschnitt dagegen ist ein radikalerer Eingriff, bei dem Gehölze, die stark überaltert oder geschädigt sind, auf Stock gesetzt werden. Dabei werden die Triebe etwa eine Handbreit über dem Boden abgeschnitten. Sinnvoll ist es, im Abstand von 1-2 Jahren stark überalterte Triebe herauszunehmen. Dadurch werden junge Triebe gefördert, womit der Strauch wieder neu aufgebaut wird. Aber wann schneidet man welchen Strauch wie? Laubholzhecken, die in Form geschnitten werden sollen, wie Liguster, Weißdorn, Hainbuche usw. werden vor dem Austrieb, also im Spätwinter geschnitten Sträucher, die an den diesjährigen Trieben blühen, wie Schmetterlingsstrauch, Hortensien, Sommerspiere oder Johanniskraut können im Frühjahr kräftig zurückgenommen werden. Manche Sträucher sind eher wenig austriebsfreudig, dazu gehören z.B. Goldregen, Zaubernuss oder Perückenstrauch. Sie brauchen so gut wie keine Schnittmaßnahmen. Es reicht, alte, zu dicht stehende, vertrocknete oder kranke Triebe auszuschneiden. Sträucher, die schon im Sommer die Blütenknospen für das nächste Jahr entwickeln, werden am besten direkt nach der Blüte geschnitten. Zu dieser Gruppe gehören z.B. Flieder, Glyzinien, Blutjohannisbeeren oder Forsythien. Die Gartentipps sind auch auf der homepage des Landkreises abrufbar unter: Weitere Gartentipps gibt es außerdem unter: www.kitzingen.de/behördenführer/gartenkultur und landespflege April Wenn im Frühjahr die Knospen der Rosen zu schwellen beginnen, ist der beste Zeitpunkt für den Rosenschnitt. Höchste Zeit also, mit gezielten Schnittmaßnahmen Blütenreichtum, Gesundheit und Wuchsfreudigkeit der Königin der Blumen zu fördern. Doch welche Rosen müssen oder sollen überhaupt geschnitten werden?
Einmalblühende Kletterrosen blühen am zweijährigen Holz und werden nur von abgestorbenen Trieben befreit. Die gleiche Behandlung schätzen die mehrjährigen Kletterrosen. Auch hier genügt von Zeit zu Zeit ein Auslichten der überalterten Triebe und ggf. ein Einkürzen der Seitentriebe auf 2-5 Augen. Hochstammrosen werden wie Beetrosen behandelt. Die Triebe werden jährlich auf 15- 20 cm zurück geschnitten, wobei ganz besonders auf eine möglichst regelmäßige und schön geformte Krone zu achten ist. Zweige, die nach innen wachsen oder sich kreuzen, werden deshalb ganz heraus genommen. Beim Rosenschnitt gilt generell: Starke Triebe weniger tief zurückschneiden als schwache. Der Schnitt wird ca. 5 mm über einem gut entwickelten Auge, das nach außen zeigt, angesetzt. Und: Blumenzwiebeln und Frühlingsblüher im Garten wecken die Sehnsucht nach einem blühenden Sommer. Die Finger des Gartenfreundes kribbeln, die Beete sehen noch recht leer aus und bunte Samentüten versprechen wahre sommerliche Blütenmeere. Wer den Termin zur Aussaat auf der Fensterbank oder im Gewächshaus verpasst hat, kann bereits Mitte April einige der Sommerblumen an Ort und Stelle im Garten aussäen.
blaue Kornblumen, die einen sonnigen Standort brauchen und deren Blühwilligkeit durch den regelmäßigen Schnitt der Blüten gefördert werden.
Duftiges Schleierkraut lockert mit seinen Blütenschleiern so manche Pflanzung auf. Im Vergleich zur mehrjährigen Art ist das einjährige Schleierkraut etwas unempfindlicher. Lein bezaubert durch seine intensives Hellblau, mittlerweile gibt es aber auch Sorten in weiß, gelb oder rot. An den Standort stellt diese anpassungsfähige alte Kulturpflanze kaum Ansprüche. Lein kann in den Beeten breitwürfig ausgesät und leicht eingeharkt werden, die Samen keimen bereits nach einer Woche. Ein Blick auf die Samentüte verrät, welche Sommerblumen wann ausgesät werden sollen. Ab Mitte Mai können alle Arten in den Garten ausgepflanzt bzw. gesät werden. Einjährige Sommerblumen sind hervorragende Partner in Staudenbeeten. Wo der Platz im Garten begrenzt ist, können bunte Sommerblumen auch im Gemüsebeet für Abwechslung sorgen und ihren Farbenreichtum zwischen Salatreihen und Kräutern entfalten. Wo in den letzten Jahren Lücken in den Beeten entstanden sind oder wo die Blumenpracht neu angelegt werden soll, kann jetzt mit dem Pflanzen der mehrjährigen Gartenschätze begonnen werden. Mit steigenden Temperaturen wurzeln die Pflanzen gut ein und können sich so während der Vegetationsperiode für den nächsten Winter rüsten. Das Angebot an Stauden ist riesengroß. So unterschiedlich wie die Stauden sind aber auch deren Standortansprüche. Ob dieser sonnig, schattig, feucht oder trocken ist, spielt deshalb eine wichtige Rolle bei der Auswahl der Stauden.
Will man im Beet nur ordnend eingreifen, hat sich das Teilen älterer, blüh- und wuchsmüder Stauden bewährt. Die Pflanzen werden dazu einfach aus dem Beet gehoben und mit einem Messer oder Spaten geteilt. Die jüngeren, äußeren Teile werden wieder eingepflanzt, die älteren Mittelteile wandern auf den Kompost. Die Stauden werden diese Verjüngungskur mit neuer Blüh- und Wuchsfreudigkeit danken. Langsam aber sicher beginnt die Saison für Kübelpflanzen. Bevor die Überwinterungsgäste allerdings wieder ins Freie umziehen können, sollte man ihnen einige Pflegemaßnahmen gönnen. Die Wassergaben werden langsam wieder erhöht und die Pflanzen können jetzt wieder heller stehen. Trotz der kalten Witterung im März traut sich der Frühling langsam hervor. Im Garten blühen die Zwiebelblumen, und endlich kommt wieder Farbe in die Beete. Veilchen und Scilla bilden schöne leuchtend violette und blaue Teppiche. Und wo nicht allzu sauberkeitsbewusst im Garten gearbeitet wird können die zierlichen Frühlingsboten selbst in kleinsten Ritzen zwischen Plattenbelägen oder Steinen ihre charmanten Blütchen entfalten. Auch die Gehölze zeigen grüne Spitzen. Durch die feuchte Witterung konnte man die Vorfrühlingsblüher wie Zaubernuss, Hasel oder Hartriegel nicht so recht genießen. Doch jeder warme sonnige Tag bedeutet einen großen Schritt hin zum ersehnten Grün. Einige Frühjahrsblüher, wie die Blutjohannisbeere oder die Forsythie können, wenn nötig, nach der Blüte zurück geschnitten werden. Für Rosen ist jetzt immer noch Pflanzzeit. Allerdings sollten Pflanzen mit losen Wurzeln so bald wie möglich in den Boden kommen. Gepflanzt wird so tief, dass die Veredlungsstelle ca. 5 cm unter der Erdoberfläche sitzt. Zu Schutz vor Sonne und Wind sollte die frisch gepflanzte Rose noch einige Zeit angehäufelt werden. Erst wenn der Trieb voll einsetzt, kann wieder abgehäufelt werden. Bestehende Rosenpflanzungen sollten im Frühjahr gedüngt werden. Am besten eignet sich dazu ein spezieller Rosendünger oder auch eine Kompostgabe von ca. 5 l/m². Wurde bereits im Herbst beim Anhäufeln Kompost eingebracht, erübrigt sich dies allerdings. Auch eine Bodenlockerung bekommt den Rosen jetzt gut. Der Rückschnitt hat sich wegen der kalten Witterung in diesem Jahr etwas verzögert. Wenn noch nicht geschehen, ist jetzt höchste Zeit dafür. Und nicht zu vergessen: Ein kräftiger Schnitt bringt kräftige Triebe. Die Schere wird ca. 5 mm über einem gut entwickelten Auge, das nach außen zeigt, angesetzt, und der Zweig schräg abgeschnitten. Aber nicht alle Rosen möchten die gleiche Behandlung: Öfterblühende Strauchrosen verlangen etwas Augenmaß beim Schnitt, denn die natürliche Wuchsform muss erhalten bleiben. Haupttriebe werden um ca. 1/3 eingekürzt, schwächere Triebe auf einige wenige kräftige Augen zurückgenommen. Hochstammrosen haben ähnliche Ansprüche, denn das Wichtigste ist ihnen eine wohlgeformte Krone. Deshalb werden ihre Triebe jährlich auf 15-20 cm zurück genommen. Auch Zweige, die nach innen wachsen oder sich kreuzen, werden entfernt. Einmalblühende Strauchrosen und Wildrosen blühen am mehrjährigen Holz und werden deshalb so gut wie nicht geschnitten. Lediglich Totholz und erfrorene Spitzen werden entfernt. Zum Verjüngen können aber ältere Zweige ganz herausgenommen werden. Bodendeckerrosen erreichen dank radikaler Schnittmaßnahmen neue üppige Blütenfülle. Sie können ruhig auf 15-20 cm zurück geschnitten werden. Kletterrosen dagegen begnügen sich mit einem Auslichten überalterter, abgestorbener oder zu lang gewordener Triebe. Was ist sonst noch zu tun? Kübelpflanzen im Winterquartier brauchen jetzt wieder mehr Aufmerksamkeit. Die Pflanzen sollten jetzt wieder heller stehen, und auch die Wassergaben werden erhöht. Vor dem Austrieb sollten evtl. ein Rück- bzw. Formschnitt erfolgen. Zu lange dünne Triebe werden eingekürzt und schädlingsbefallene Pflanzenteile werden entfernt. Auch für ein Umtopfen sind manche Pflanzen, denen der Kübel zu eng wird, dankbar. An warmen Tagen im April können Oleander und andere Kübelpflanzen zur Abhärtung ins Freie an einen geschützten Ort gestellt werden. Doch Vorsicht: Sobald Nachtfröste drohen, müssen die Pflanzen entweder wieder ins Haus gebracht oder zumindest gut abgedeckt werden. Gerade zarte junge Austriebe sind stark frostgefährdet. Sobald der Boden etwas abgetrocknet und erwärmt ist, können die ersten Sommerblumen ins Freie gesät werden. Ringelblumen, Jungfer im Grünen, Cosmea, Lein, oder Rittersporn werden im Sommer wieder Farbe in den Garten zaubern. So mancher kahle Gartenzaun kann mit einjährigen Kletterpflanzen zur blühenden Wand werden. So eignen sich z.B. Wicken, Schwarzäugige Susanne, Prunkwinde, Feuerbohnen oder Kapuzinerkresse sehr gut zur schnellen Begrünung. Auch für Staudenpflanzungen ist jetzt Saison. Bei steigenden Temperaturen können die Pflanzungen gut einwurzeln. Eine Teilung tut besonders älteren Stauden gut, ihre Blüh- und Wuchsfreudigkeit wird dadurch gestärkt. Geteilte Stücke lassen sich auch gut für Balkon oder Terrasse verwenden. Bergenien, Astilben, Funkien und viele andere entwickeln sich in Töpfen und Kübeln prächtig. Allerdings müssen diese Stauden dann auch regelmäßig gegossen werden.
Die Gartentipps sind auch auf der homepage des Landkreises abrufbar unter: www.kitzingen.de/bürgerservice/service. Weitere Gartentipps gibt es außerdem unter: www.kitzingen.de/behördenführer/gartenkultur und landespflege Mai
Die Eisheiligen gelten im allgemeinen als Termin für den Start in die Balkonsaison. Bunte Blütenmeere in den Gärtnereien verlocken dazu, Balkon oder Terrasse auf ‚Sommerbetrieb‘ umzustellen und mit sommerlichen Blumenschmuck zu verschönern. Dabei stößt man von Jahr zu Jahr auf eine größere Auswahl. Zu den klassischen Balkonpflanzen, wie Geranien, Petunien und Fuchsien gesellen sich zunehmend zahlreiche weitere Neuheiten in den unterschiedlichsten Farbabstufungen und Standortansprüchen dazu. Da fällt die Auswahl zwar schwer, doch mit einigen Vorüberlegungen kann man nach Herzenslust aus dem Vollen schöpfen. Entscheidend für die Auswahl ist der Standort. Zwei Drittel aller Balkonpflanzen brauchen einen sonnigen Standort. Ihre ursprüngliche Heimat sind die Tropen, Subtropen oder der Mittelmeerraum, deshalb brauchen diese Pflanzen für eine gute Blütenentwicklung viel Licht. Steht z.B. Oleander zu schattig, verharrt er oftmals in knospigem Zustand. Das Sortiment für sonnige Bereiche ist am größten. Goldtaler, Blaues Gänseblümchen, Elfensporn, Elfenspiegel, Vanilleblume, Wandelröschen, und viele, viele mehr machen die Auswahl schwer. Auch für vollsonnige Standorte mit praller Mittagshitze wird man fündig und kann zwischen Gazanien, Kapastern, Kap-Ringelblumen, Zwergstrohblumen und einigem mehr wählen. Halbschattige bis schattige Lage verlangen nach einem eigenen Sortiment. Doch auch hier braucht man dank Fuchsien, Fleißigen Lieschen, diversen Begonienarten, Lorbeer usw. auf eine Begrünung nicht zu verzichten. Übrigens: Einige Gartenstauden, wie Funkien gedeihen auch prächtig in Kübeln und sind äußerst schattenverträglich. Wind und starke Regengüsse sind Faktoren, die bei der Pflanzenauswahl eine große Rolle spielen. Pflanzen mit großen, weichen Blättern, wie Engelstrompete oder langen brüchigen Trieben, wie Bleiwurz oder Fuchsien leiden unter solchen Einflüssen, und regieren darauf mit einer schlechteren Blütenentwicklung. Doch für eine üppige Blütenpracht ist besonders wichtig: gießen, gießen, gießen. Und dies täglich. Und damit die Fülle auch den ganzen Sommer über andauert, müssen die Pflanzen regelmäßig mit einem guten Mehrnährstoffdünger versorgt werden. Ist die Standortfrage geklärt, geht es an die Feinabstimmung. Die breite Palette der Balkonpflanzen erlaubt auch eine gute Abstimmung zur jeweiligen Fassade. Hauswände mit vielen baulichen Details vertragen oft eine etwas ruhigere und regelmäßigere Bepflanzung in einem oder zwei Farbtönen. Farbige Fassaden können durch eine sorgfältige Abstimmung der Blütenfarben erheblich in ihrer Wirkung gesteigert werden. Und so manch eintönige Hauswand bekommt mit bunten Kästen, die sich in der Gestaltung wiederholen, ein fröhliches Gesicht. Harmonisch wird die Farbzusammenstellung, wenn zwei oder drei Blütenfarben ein verbindenden Element, z.B. eine Blattschmuckpflanze zugeordnet wird. So machen sich z.B. buntlaubige Kräuter gut zwischen farbprächtigen Pflanzen. Rotblättriger Salbei verbindet Rosa-, Pink- und Rottöne gut miteinander, graulaubiges Heiligenkraut ergänzt blaue, violette oder sonnengelbe Töne. Nicht zu vergessen ist dabei natürlich auch der Duft, den die Kräuter verströmen. Wer sich eine Duftoase auf dem Balkon schaffen möchte, hat mit den verschiedenen Minze-Varianten von Schokoladenminze bis Ananas-Minze und den zahlreichen Duftgeranien-Sorten reiche Auswahl. Allerdings sind Minzen stark ausbreitungsfreudig und sollten deshalb genügend Freiraum bekommen. Bei allem Schwelgen in der angeboten Blütenpracht sollte man allerdings die Kästen nicht zu dicht bepflanzen. Für einen Kasten mit 1 m x 0,2 m reichen 5 bis max. 7 Pflanzen aus, wobei immer die Wuchsstärke und der Wasser- und Nährstoffbedarf der einzelnen Pflanzen zu berücksichtigen ist. Bekommen die Pflanzen dann noch eine gute Blumenerde, dürfte einem sommerlichen Blumenmeer in den Kästen und Kübeln nichts mehr im Wege stehen. Die Eisheiligen gelten nicht nur als Starttermin für die Balkon- und Kübelpflanzensaison, auch für Dahlien wird es höchste Zeit, den kühlen Keller mit lockerer Gartenerde zu tauschen. Anfang/Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr zu befürchten sind, möchten die Knollen flach in den Boden gepflanzt werden. Dahlien lieben eine sonnigen Standort mit einem durchlässigen Gartenboden. Bei schweren Böden empfiehlt es sich deshalb, etwas Kompost mit in das Pflanzloch zu geben. Größere Knollen können vor dem Einpflanzen geteilt werden, die geteilten Stücke müssen allerdings Triebansätze am Wurzelhals haben. Die Knollen werden mit einer Handbreit Erde bedeckt, Stiele und Triebe sollten noch aus dem Boden herausragen. Faule und zerquetschte Teile müssen aber vorher entfernt werden, auch lange oder gelbe Triebe werden abgeschnitten, denn sie entwickeln sich nicht weiter. Nicht zu vergessen: viele hoch wachsende Dahliensorten brauchen im Sommer einen Halt. Deshalb ist es empfehlenswert, Stützen oder Stäbe gleich beim Pflanzen mit einzusetzen, damit diese später die empfindlichen Knollen nicht verletzen. Unter den Tausenden von Dahliensorten, die es mittlerweile gibt, fällt die Auswahl schwer. Doch ganz gleich, ob man sich für einfachblühende, anemonenblütige, Kaktus-, Seerosen- oder Pompon-Dahlien entscheidet, die Blüte dauert bei den meisten Sorten von Juli bis in den Oktober hinein. Mit ihrem großen Farben- und Formenreichtum sind Dahlien ein wertvoller Partner zwischen Stauden, Rosen und Sommerblumen. Auch für den Balkonkasten gibt es mittlerweile kompakte und kleinblütige Sorten. Gönnt man den Pflanzen ab und an eine Nährstoffgabe, danken sie es mit reicher Blüte und kräftigem Wuchs. Dahlienknollen werden erst dann eingewintert, wenn die oberirdischen Teile erfroren sind, denn der Herbst ist die Hauptwachstumszeit für die unterirdischen Knollen. Nach den ersten Frösten schneidet man die Pflanzen auf 5 cm zurück und befreit die Knollen vorsichtig von der Erde (nicht auswaschen). Überwintert werden die Dahlien dann im kühlen, trockenen Keller bei ca. +5°C, am besten in einer offenen Plastiktüte. Doch woher stammen diese beliebten Pflanzen, die eine überbordende sommerliche Blütenfülle in die Gärten zaubert? Dahlien stammen ursprünglich aus Mittelamerika und wurden bereits Ende des 18. Jahrhunderts nach Spanien eingeführt. Nach Deutschland wurden die Dahlien 1804 von Alexander von Humboldt gebracht, der von seinen botanischen Forschungsreisen nach Mittelamerika Dahlienknollen an den Botanischen Garten in Berlin schickte. Dort wurde die Dahlie nach dem russischen Botaniker Georgi benannt und war als Georgine eine der beliebtesten Blumen des Biedermeier. Bis heute sind durch Kreuzungen mehrere Tausend Sorten entstanden. Und noch ein weiterer Gartenklassiker möchte unbedingt aus dem Winterschlaf erweckt werden: Gladiolenknollen sollten spätestens Anfang bis Mitte Mai in den Boden. Auch sie lieben einen sonnigen, windgeschützten Standort in durchlässigem, nährstoffreichem Gartenboden. Die Knollen kommen etwa 8-10 cm tief mit der flachen Seite nach unten in die Erde. Zwischen den einzelnen Pflanzen sollte ein Abstand von 15-20 cm gerechnet werden. Pflanzt man die Knollen im Abstand von 14 Tagen blühen die Gladiolen auch zeitlich etwas versetzt. Werden die Gladiolen für die Vase geschnitten, ist darauf zu achten, dass zur Stärkung der Knolle möglichst viele Blätter an der Pflanze bleiben. Gladiolen müssen vor Windbruch und Umfallen geschützt werden, deshalb unbedingt anbinden. Stützen - wie bei den Dahlien - am besten gleich beim Pflanzen mit berücksichtigen. Nach der Blüte, spätestens im Herbst, werden die Gladiolenknollen aus der Erde genommen und wie Dahlien überwintert. Gladiolen stammen hauptsächlich aus Afrika, einige Arten haben ihren Ursprung in Europa. Nur wenig bekannt sind einige Wildarten, die in unseren Breiten winterhart sind. Die Sumpfsiegwurz ist auf feuchten Wiesen beheimatet, die Wiesensiegwurz entstammt trockenen bis feuchten Wiesen.
Zäune und Mauern stehen gemeinhin als Begrenzung, als Trennung oder als Einfriedung des eigenen Gartenreiches. Doch denkt man sich Begriffe wie schlingen, ranken, winden, und klettern dazu, werden aus Gartenzäunen oder kahlen Mauern Träger und Gerüste für einen fantastischen Blütenzauber mit Kletterpflanzen. So manche strenge Abgrenzung kann mit Kletterpflanzen in eine blühende Wand verwandelt werden, was nicht nur dem eigenen Auge wohl tut sondern auch eine schöne Wirkung nach außen in den gesamten Straßenraum bieten kann. Einjährige Kletterer bieten sich für eine Begrünung von Zäunen und Mauern, aber auch in Kübeln und Kästen an. Perfekter Blickschutz auf dem Balkon — mit den relativ schnellwachsenden Einjährigen kein Problem. Für eine kräftige Pflanzenentwicklung empfiehlt es sich, die Samen auf der Fensterbank vorzuziehen, was in der Regel problemlos möglich ist. Zum Teil sind im Frühjahr auch Jungpflanzen in der Gärtnerei erhältlich. Die meisten der vorgestellten Kletterer möchten einen sonnigen, windgeschützten Standort und eine regelmäßige Versorgung mit Wasser und Nährstoffen. Wer sich bis zum Herbst an den Blüten erfreuen möchte, sollte alles Verblühte regelmäßig entfernen. Zu den bekanntesten Kletterpflanzen gehört die Duftwicke (Lathyrus odoratus). Seidige Blüten in hellen Pastellfarben und ein zarter unverwechselbarer Duft belohnen denjenigen, der die Wicke an einen sonnigen, windgeschützten, nahrhaften Platz pflanzt und sie regelmäßig gießt. Mit ihren Ranken erklimmt sie mühelos Höhen bis zu 2 Metern an Zäunen, Stangen oder Schnüren. Wicken haben übrigens mehrjährige Verwandte, die kräftig pink blühen. Prunkwinden (Ipomoea tricolor) dagegen bilden wahrhaft prunkvolle Blüten. Der botanische Name ‚tricolor‘ bezeichnet die unterschiedlichen Blütenfarben, die morgens beim Aufblühen von hellblau bis pink zum Verblühen am Nachmittag reichen. Prunkwinden bilden innerhalb kürzester Zeit ein dichtes Laubwerk, das sich — an Zäunen, in Kübeln oder Kästen an Schnüren oder Spalieren bis zu 3 m Höhe erreichend - gut als Sichtschutz eignet. Ein wahrer Kletterkünstler ist die Feuerbohne (Phaseolus coccineus). Äußerst raschwüchsig und widerstandsfähig sind auch Höhen von 3-4 Metern, sogar im Halbschatten kein Problem. Die Samen können direkt an Ort und Stelle ausgelegt werden . Als Kletterhilfen genügen Drähte und Schnüre, womit innerhalb kürzester Zeit ein dichter Sichtschutz für Balkons geschaffen werden kann. Als ‚Zugabe‘ gibt es sogar noch essbare Hülsenfrüchte. Die Blüte lässt allerdings nach, wenn die Hülsen ausreifen sollen und Verblühtes nicht gleich entfernt wird. Bekannt und beliebt ist die Schwarzäugige Susanne (Thunbergia alata). Kräftig goldgelbe Blüten mit dunklem Schlund leuchten weithin sichtbar. Mittlerweile gibt es auch Sorten mit weißen, hellgelben oder orangefarbenen Blütenblättern. Der reiche, lang anhaltende Blütenflor schmückt Höhen bis zu 2 Metern und begnügt sich mit Schnüren, Stäben oder Zäunen als Kletterhilfe. Große glockenförmige Blüten haben der Glockenrebe (Cobaea scandens) ihren Namen gegeben. Ab Mitte Juli bis zum Frost verströmen die Blüten einen honigartigen Duft. Die Farbe wechselt im Laufe der Blütezeit von weiß zu violett, was vor dem dichten, dunkelgrünen Blattwerk hervorragend zur Geltung kommt. Glockenreben bevorzugen eine gitterartige Konstruktion zum Ranken, an der sie Höhen von 3-4 Metern erreichen können. Auch im Halbschatten wächst und blüht die Glockenrebe, dort allerdings etwas weniger üppig als in der Sonne. Kapuzinerkresse (Tropaeolum-Hybriden) sind äußerst robust und anspruchslos. Sie akzeptiert Standorte sowohl sonnig als auch halbschattig und stellt keine besonderen Anforderungen an der Gartenboden. Raschwüchsig und vielblütig gibt es Kapuzinerkresse in verschiedenen Sorten. So gibt es buschig wachsende ebenso wie rankende Vertreter, die 2-3 Meter hoch werden. auch die Blütenfarben variieren von hellgelb über orange bis feuerrot. Blüten und Blätter der Kapuzinerkresse sind übrigens essbar. Leider trübt oftmals starker Blattlausbefall die sommerliche Blütenfreude. Durch Kräftiges Gießen bei Trockenheit kann das Befallsrisiko aber etwas gemindert werden. Rosenkelche, Sternwinden, Trichterwinden, Schönranken, all diese Ranker und Schlinger eignen sich ebenso hervorragend zum schnellen Begrünen. Die Kultur und Kübeln und Kästen ist meist problemlos möglich, und da alle vorgestellten Kletterer Rankhilfen brauchen, sind keinerlei Beschädigungen an Mauern und Wänden zu befürchten.
Nach dem langen Winter sind sie die sehnsüchtig erwarteten ersten Farbtupfer im Garten und sie erfreuen Auge und Herz im noch kahlen Frühjahr. Zwiebelblumen, wie Tulpen, Osterglocken, Narzissen oder Kaiserkronen — die ersten Frühjahrsboten. Doch so schön sie auch waren, in der immer üppiger werdenden Blatt- und Blütenfülle des Frühsommers können sie schnell lästig werden. Zwar ziehen Blätter und Stängel im Laufe des Sommers ein, doch ist dies bis dahin oftmals ein wenig attraktiver Anblick im Staudenbeet. Was tun mit den vergilbenden Blättern und umgefallenen Blütenschäften? Nach dem Ende der Blütenpracht werden die verwelkten Blütenstände abgeschnitten. Ab jetzt soll alle Kraft in die Zwiebel gehen und nicht in unerwünschte Samenanlagen. Dies gilt allerdings nicht für Winterlinge, Schneeglöckchen, Blausternchen, Krokusse usw. die sich über Samen vermehren und ruhig im Garten verwildern dürfen. Tulpen und Narzissen können zwar jahrelang im Boden bleiben. Stören aber die vergilbenden Blätter im Staudenbeet, können die Zwiebeln vorsichtig ausgegraben werden. Dies geht am besten mit der Grabgabel, denn Verletzungen müssen unbedingt vermieden werden. Am besten werden die Zwiebeln mit Erdballen herausgehoben und an einem geschützten Platz eingeschlagen, wo sie dann ungestört einziehen können. Bevor die Zwiebeln zur trockenen Lagerung bis zum Herbst in den Keller kommen, müssen Brutzwiebeln, Wurzeln und Stängelreste entfernt werden. Wildtulpen oder Botanische Tulpen wollen allerdings im Boden belassen werden und möglichst wenig durch Hacken und Graben gestört werden, ‚Auswildern‘ ist bei ihnen ja geradezu erwünscht. Lassen Osterglocken und Narzissen in ihrer Blühwilligkeit nach, sind sie meist überaltert. Mit einer Verjüngungskur kann man ihnen aber wieder auf die Sprünge helfen. Dazu werden die Zwiebeln nach dem Vergilben der Blätter aus dem Boden genommen und geteilt. Ähnlich wie bei den Stauden danken Narzissen diese Maßnahme mit neuer Wuchs- und Blühfreudigkeit. Kaiserkronen hingegen bleiben im Boden, ihre Zwiebeln würden im trockenen Sommerquartier schrumpfen und nicht mehr blühen. Das gleiche gilt für ihre Verwandten, die Schachbrettblumen, Glockenlilien und die dunkelviolett blühende Persische Kaiserkrone. Übrigens ist die wühlmausvertreibende Wirkung der etwas streng riechenden Kaiserkronen in keinster Weise nachgewiesen. Aber immerhin werden die Zwiebeln nicht von den Wühlmäusen gefressen. Auch Zierlauch-Arten (Allium), Zwergiris, Anemonen, Milchsternchen (Ornithogalum), oder Alpenveilchen bleiben im Boden. Sie ziehen sehr schnell nach der Blüte ein und stören kaum im Beet. Weitere Gartentipps unter: www.kitzingen.de/behördenführer/gartenkultur
Der Mai bringt unaufhaltsam Grün in den Garten. Viele Gehölze stehen jetzt in voller Blüte und bilden so eine schöne Kulisse für die erwachenden Stauden - zum Leidwesen der Allergiker, denen die verschiedenen blühenden Sträucher und Bäume schwer zu schaffen machen. Im Garten ist nun der Sommer zu erahnen. Der Blütenreichtum nimmt nun täglich zu und erfreut Auge und Nase. Auch die Kübelpflanzen sehnen sich förmlich danach, ins Freie zu kommen. Wer ganz sicher gehen will, wartet jedoch noch die Eisheiligen ab. Einige Kübelpflanzen, wie z.B. Agapanthus, Lorbeer oder Feigenbaum vertragen aber sogar einige Minusgrade. Bevor die Kübelpflanzen das Winterquartier verlassen, sollte man ihnen einige Pflegemaßnahmen gönnen. Der Umzug ins Freie ist z.B. eine gute Gelegenheit zum Umtopfen. Wenn die Erde im Topf verbraucht ist, nur noch Wurzeln zu sehen sind oder der Ballen aus dem Gefäß drückt, ist es höchste Zeit für frische Erde und einen neuen Topf. Dieser sollte aber nur eine Nummer größer sein als das alte Gefäß. Große Kübelpflanzen, die nicht mehr umgetopft werden können, sind schon dankbar für eine vorsichtige Auflockerung der Bodenoberfläche und einige Handvoll frischer Erde. Und auch das Substrat sollte nicht irgendeines sein. Gute Blumen- oder Kübelpflanzenerde ist in einem ausgewogenen Verhältnis optimal auf die Bedürfnisse der Kübelpflanzen abgestimmt, so dass die ersten zusätzlichen Düngergaben erst nach vier bis sechs Wochen notwendig werden. Zurück geschnitten werden bei den meisten Kübelpflanzen jetzt nur noch überlange oder sparrige Triebe. Der eigentliche Rückschnitt wird bei den meisten Kübelpflanzen je nach Art bereits im Herbst oder im zeitigen Frühjahr zwischen Februar und April vorgenommen. Nachdem die Pflanzen jetzt ihre Ruhephase beendet haben, sind sie auch wieder auf eine regelmäßige und intensive Wasserversorgung angewiesen. Ab jetzt werden also die Wassergaben stetig gesteigert. Wenn es richtig warm wird, muss sogar täglich gegossen werden. Die Voraussetzung für eine üppige Blütenpracht und für ein vitales Wachstum ist jedoch eine regelmäßige Nährstoffversorgung. Mittlerweile gibt es spezielle Dünger für die verschiedensten Pflanzenarten. Wie bei der Erde lohnt es sich deshalb auch beim Dünger auf gute Qualität zu achten. Ihre Pflanzen werden es Ihnen danken. Der Mai ist nicht nur der Beginn der Kübelpflanzensaison, er ist auch der Monat, in dem der Blumenschmuck an den Häusern gepflanzt wird. Das Angebot ist in den letzten Jahren enorm gewachsen, es gibt viele Neuheiten, so dass man bei der Gestaltung von Balkon- und Fensterschmuck schöne farbliche Zusammenstellungen und feine Abstimmungen auf die Fassade und die Art des Hauses vornehmen kann. Es müssen also nicht immer Geranien sein. Das wichtigste Kriterium bei der Auswahl der Balkonpflanzen ist der Standort. Der sonnige Süden verlangt eine andere Zusammenstellung als halbschattige Standorte. Kapkörbchen, deren Blüten Margeriten ähneln, zarter Elfensporn, der unermüdlich bis zu Frost blüht, Calibrachoa, die an kleinblütige Petunien erinnern oder auch die neue kompakt wachsende und reichblühende Sorte von Strohblumen sind nur eine kleine Auswahl aus dem reichen Sortiment der ‚Sonnenkinder‘. Doch auch im Halbschatten ist eine üppige Bepflanzung möglich. Mit Fleißigen Lieschen und ihren Verwandten, den Neu-Guinea-Hybriden, mit Fuchsien, Fächerblumen, Schneeflockenblumen oder Elfenblumen sind die Möglichkeiten für eine vielfältige Gestaltung genauso gegeben. Nicht immer passt allerdings die Üppigkeit der Bepflanzung zur Art der Hausfassade. Proportionen spielen hier eine wichtige Rolle. Vor allem aufwändig gestaltete historische Fassaden vertragen oft eine eher zurückhaltende Bepflanzung mit nur wenigen Blumenarten. Eintönige Häuserfronten dagegen können mit einer üppigen Blütenfülle aufgewertet werden. Es lohnt sich also, ruhig einmal etwas Neues auszuprobieren und in das jährlich breiter werdende Sortiment an Balkonpflanzen einzutauchen. Und wer sich von den sattsam bekannten und althergebrachten Geranien trotzdem nicht ganz trennen will, der kann ja das Wagnis mit ungewöhnlichen Kombinationen eingehen. So können durchaus z.B. Gräser, die niedrig und hortsartig wachsen, als Partner in den Balkonkasten gepflanzt werden. Auch einige Stauden, wie Gaura, Wollziest, verschiedene Kräuterarten wie Salbei und Thymian oder auch einjährige Pflanzen wie Zinnien eignen sich gut zum Kombinieren. Für welche Pflanzenarten man sich auch immer entscheidet, eines ist allen gemein: für eine üppige Blütenpracht muss regelmäßig gegossen und gedüngt werden. Ein guter Mehrnährstoffdünger versorgt die Pflanzen den Sommer über mit allem Wichtigen. Und für eine optimale Ausgangsposition sorgt eine gute Blumenerde, die viele Gärtnereien gleich mit anbieten. Diese Erden sind in einem ausgewogenen Verhältnis vorgedüngt, so dass die Pflanzen zum Start gleich richtig versorgt sind.
Juni Die Krönung des Gartenjahres ist wohl der Juni. Die Frühjahrsblüher haben sich verabschiedet und für Stauden und Rosen beginnt der große Auftritt. Jetzt stehen die Pflanzen in ihrer Pracht und nicht zu Unrecht gilt der Juni als Rosenmonat., bereiten doch die meisten einmal- und öfterblühenden Rosen ein Farb- und Dufterlebnis im Garten, wie es nur jetzt im Frühsommer möglich ist. Rosen haben in den letzten Jahren einen wahren Boom erlebt. Die klassische Edelrose im Garten wurde durch die Wiederentdeckung historischer Sorten etwas in den Hintergrund gedrängt. Englische Rosengärtner, wie z.B. David Austin haben durch zahlreiche Neuzüchtungen und Weiterentwicklungen alter Sorten das Repertoire an Blütenformen und -farben erheblich vergrößert. Doch seit einigen Jahren rückt eine Komponente wieder in den Vordergrund, die in den Züchtungen lange Jahre fast unterging: der Duft, der die Königin der Blumen noch begehrenswerter macht, als sie wegen ihrer zauberhaften Blüten ohnehin schon ist. Die Gartentipps sind auch auf der homepage des Landkreises abrufbar unter: www.kitzingen.de/bürgerservice/service Die Staudenbeete stehen in voller Blüte und die Balkonblumen haben es sich in Kästen und Kübeln bequem gemacht. Trotzdem gibt es noch eine Gruppe von Pflanzen, die erst jetzt Einzug in den Garten hält. Die Zweijahresblumen, wie Fingerhut, Stiefmütterchen, Goldlack oder Stockrosen, die zwischen Anfang Juni und Ende Juli ausgesät werden. Was aber bedeutet ‚zweijährig‘? Bienne (Zweijährige) sind Pflanzen, die im ersten Jahr ausgesät werden und austreiben, aber erst im darauf folgenden Jahr blühen. Die Pflanzen brauchen also zwei Vegetationsperioden zum Keimen, Wachsen und Blühen. Nach der Blüte reifen die Samen aus und die Pflanze stirbt ab. Die meisten Arten säen sich allerdings selbst wieder aus, besonders üppig tun dies Vergißmeinnicht. Ausgesät werden die Blumen am besten in einem Aussaatbeet, einer Kiste oder einem leeren Frühbeet. Die Samenkörner werden nur leicht angedrückt und dünn mit feiner Erde bedeckt. Damit die Samen gut keimen, sollte das Beet von nun an gleichmäßig feucht gehalten werden. Nach einigen Wochen können die Sämlinge dann pikiert werden. Bis August/September sollten die jungen Pflanzen dann an ihren endgültigen Platz versetzt werden, damit sie im Herbst noch gut einwurzeln können und so den Winter überstehen. Für Stiefmütterchen und Hornveilchen reicht die Aussaat Ende Juli, damit sie im Frühjahr blühen. Hornveilchen sind im Garten etwas ausdauernder als Stiefmütterchen, sie blühen den ganzen Sommer über und können, wenn sie gut eingewurzelt sind, sogar noch ein zweites Mal überwintern. Goldlack begnügt sich mit einem späteren Aussaattermin im August. Er bildet nämlich schnell große Pflanzen mit kräftigen Pfahlwurzeln, die sich nur schwer versetzen lassen. Das prächtige Farbspiel von Hellgelb über Orange und Rot bis Dunkelbraun machen Goldlack im Folgejahr zu einem zauberhaften frühsommerlichen Hingucker. Anfang Juni werden Bartnelken ausgesät. Sie bleiben oft über Jahre hinweg am gleichen Gartenplatz, lassen in ihrer Üppigkeit allerdings im Laufe der Zeit nach. Dann ist eine Neuaussaat dieser bekannten Gartenblume nötig, deren Blüten sich mit ihrer brokatartigen Struktur in den Farben weiß, rosa und pink gut zum Schnitt eignen. Mittlerweile gibt es von den Bartnelken auch einjährige Züchtungen. Wer einmal Kron-Lichtnelken im Garten ausgesät hat, dem werden sie dauerhaft bleiben. Die silbrig-behaarten Blätter erscheinen an allen möglichen Stellen — im Beet ebenso wie zwischen Steinen. Die anspruchslose Kron-Lichtnelke oder Vexiernelke samt sich mehr als reich aus und kann mit ihrem silbrig-grauen Laub und der leuchtend pinkfarbenen Blüte ein wertvoller Partner im Staudenbeet, besonders bei Struktur- oder Blattschmuckpflanzungen sein. Ein Gartenklassiker ist die Marienglockenblume. Sie ist in vielen alten Bauerngärten zu finden und blüht rosa, weiß oder blau. Auch gefülltblütige Sorten sind auf dem Markt. Die hohen Blütenstände verzweigen sich kaum, deshalb pflanzt man die Marienglockenblumen am besten in Gruppen von 2 — 3 Pflanzen zusammen. ‚Giftig‘ ist das Wort, das den meisten zum Fingerhut einfällt. Tatsächlich gehört der Fingerhut zu den Pflanzen, auf deren Giftigkeit man besonders Kinder unbedingt hinweisen muss. Fingerhüte wirken am besten in großen Gruppen mit einem Abstand von 40-50 cm. Vor einer dunklen Gehölzkulisse an einem schattigen Standort kommen die kräftigen Farben in weiß, purpur oder violett und die aufstrebende Form der Pflanzen, die bis zu 1.50 m hoch werden, am besten zur Geltung. Befreit man die Pflanze von verwelkten Blütenständen, kommt es bei einigen Arten oft zu einer Nachblüte. Der Gestalt des Fingerhutes ähnlich ist die Königskerze. Zunächst bildet sie eine Blattrosette, aus der im folgenden Jahr der imposante, bis zu 2 m hohe Blütenschaft erscheint, an dem zahlreiche hellgelbe Einzelblüten leuchten. Die Königskerze ist äußerst anspruchslos. Wo nicht zu viel gehackt oder gegraben wird, samt sich die Pflanze in den Folgejahren üppig aus.
‚Kirschen rot, Spargel tot‘, so lautet eine alte fränkische Bauernregel, und tatsächlich ist der 24. Juni ein Stichtag für gärtnernde Menschen. An Johanni endet offiziell die Spargelsaison. Auch für Rhabarber ist die Erntezeit vorüber. Beide brauchen von nun an eine ausgiebige Ruhephase, in der sie Reservestoffe für den Austrieb im nächsten Jahr anlegen können. Deshalb freuen sich die Pflanzen nach der Ernte über eine Düngung und ausreichend Feuchtigkeit. Rhabarber gilt botanisch als Gemüse. Er gehört zur Familie der Knöterichgewächse und ist mit Sauerampfer verwandt. Seine Heimat ist Tibet und die Mongolei, bereits vor 5000 Jahren wurde er in einem chinesischen Kräuterbuch erwähnt. Seine Wurzeln wurden schon damals zu medizinischen Zwecken genutzt. Im 18. Jahrhundert gelangte der Rhabarber dann nach England, wo er kommerziell als Gemüse angebaut wurde. Von dort aus gelangte er Mitte des 19. Jahrhunderts nach Deutschland. Rhabarber enthält Oxalsäure, Kalzium, Kalium, B-Vitamine und viel Vitamin C. Ob nun genau der 24. Juni der letzte Erntetag sein muss, sei vielleicht dahingestellt, sicher ist jedoch, dass ab Ende Juni der Gehalt an Oxalsäure zu hoch wird, weshalb man von jetzt an vom Rhabarbergenuss absehen soll. Außerdem werden die Stangen langsam holzig und bitter. Die Pflanzen werden die Ruhepause außerdem mit einem kräftigem Neuaustrieb im nächsten Jahr danken. Eine Rhabarberpflanze hat eine Lebensdauer von 8-10 Jahren. Zum Umpflanzen oder Teilen der beste Zeitpunkt im Oktober/November in der frostfreien Zeit. Ohne die großen Blätter, die viel Wasser verbrauchen können sich besser neue Faserwurzeln bilden. Übrigens: Rhabarberpflanzen sind nicht nur Lieferanten für leckere Kuchen und Desserts, mit ihren großen, imposanten Blättern eignen sie sich auch gut als Schmuckstaude, z.B. am Ufer von Teichen. Und für eine weitere Frucht ist der 24. Juni Stichtag. Nach alter Tradition werden grüne Walnüsse an Johanni geerntet und zu Nusslikör verarbeitet. Dann sind die Nüsse fast ausgewachsen, die innere Schale aber noch weich und nicht verholzt. Außerdem sollen Kräuter, die am Johannistag gesammelt werden, besonders heilkräftig sein.
Jetzt ist Hochsaison im Staudenbeet. Von Woche zu Woche gibt es neue Blütenhöhepunkte, die den Garten mit Farbwogen überziehen. Damit der Garten bis in den Herbst hinein in schönster Blütenpracht steht, muss man regelmäßig mit der Schere durch die Beete. Ein konsequenter Rückschnitt vermeidet einerseits unerwünschtes Aussamen, andererseits werden manche Stauden durch den Sommerschnitt zu einer zweiten Blüte angeregt. Rittersporn blüht z.B. im Spätsommer ein zweites Mal, wenn er auf 10-15 cm zurück geschnitten wird. Das Gleiche gilt für Katzenminze(Nepeta) und den blau blühenden Sommersalbei (Salvia nemorosa). Phlox verlängert seine Blütedauer auf das Doppelte, wenn die verwelkten Blütenstände immer wieder ausgebrochen werden. Und Taglilien und Pfingstrosen blühen zwar kein zweites Mal, danken aber konsequentes Ausscheiden der Blütenreste mit einem vitaleren Aussehen. Für Rosen beginnt nach der ersten Blüte eine Regenerationsphase, in der Kraft für eine zweite Blüte gesammelt wird. Deshalb müssen auch hier alle verwelkten Blüten entfernt werden. Höhere Stauden, wie Herbstastern, Stockrosen, Rittersporn, Phlox, Helenium oder Sonnenaugen sind jetzt meist so groß und üppig, dass sie leicht auseinander fallen können. Sie müssen jetzt gestützt werden, damit sie bei Wind und Regen nicht abknicken. Am besten eignen sich dazu einfache Holzstäbe, wie z.B. Haselnussstangen o.ä., die sich unauffällig ins Staudenbeet einfügen. Davon steckt man 2-3 Stück rund um die Pflanze in den Boden und achtet darauf, möglichst nicht die Wurzeln der Stauden verletzen. An diesem Gerüst kann die Staude dann mit Kokosstrick oder Naturbast angebunden werden. Damit die Pflanze danach nicht wie ein verschnürtes Paket aussieht, muss der natürliche Wuchs der Pflanzen unbedingt beachtet werden. Am besten sollte gar nicht sichtbar sein, dass die Staude gestützt ist. Im Handel gibt es mittlerweile spezielle Staudenstützen, die allerdings ihren Preis haben. Übrigens: wo freie Stellen im Staudenbeet sind, passen gut einjährige Sommerblumen zu Füllen dazu. Löwenmäulchen, Zinnien, Cosmea und Astern bieten farblich schöne Akzente im sommerlichen Beet und schließen so manche Lücke, die frühblühende Stauden hinterlassen haben. Juli Der verregnete und kühle Sommer hat diese Frage bislang noch nicht so wichtig werden lassen. Doch Wasser ist kostbar, deshalb sollte im Garten immer möglichst effektiv damit umgegangen werden. Ideal ist daher die Nutzung von Regenwasser. Es ist weicher als das hiesige, meist stark kalkhaltige Wasser, was den meisten Pflanzen besser bekommt. Außerdem ist abgestandenes Regenwasser etwas wärmer als frisches Leitungswasser, auch das schätzen Pflanzen. Wichtigster Grund ist natürlich der Schutz des Trinkwassers. Das aufwändig aufbereitete Nass ist viel zu kostbar um es zum Gartengießen zu verwenden. Wie gießt man nun am effektivsten? Ein kräftiger Schwall kaltes Wasser direkt von oben ist sicher nicht die Methode, seinen Pflanzen Gutes zu tun. Wasser auf Blättern und Blüten fördert nur den Pilzbefall und Fäulniserreger. Besser ist es, mit der Gießkanne oder dem Schlauch bodennah zu wässern. Und dies durchdringend. Denn 1 l Wasser / m² durchdringt - je nach Bodenart - nur eine ca. 1 cm starke Bodenschicht. Deshalb ist es durchaus effektiver, nicht täglich ein bisschen sondern nur bei Trockenheit kräftig zu gießen. Die Hauptwurzelzone der meisten Gemüsepflanzen beginnt nämlich erst in ca. 10-30 cm Bodentiefe. Gießt man zu wenig, verdunstet das meiste Wasser bereits an der Oberfläche, bevor es an die Wurzeln gelangt. Außerdem entwickeln sich die Pflanzen zu Flachwurzlern, wenn sie dauernd nur ein bisschen Feuchtigkeit an der Bodenoberflächen zur Verfügung haben. Dann können sie auch kurze Trockenperioden nur schwer überstehen. Natürlich soll das kostbare Nass bei kräftigem Gießen nicht — wie bei Starkregen — einfach weggeschwemmt werden und den Boden verschlämmen. Deshalb möglichst langsam gießen, damit das Wasser gut ablaufen und bis in die tieferen Bodenschichten dringen kann. Mittelschwere Böden speichern das Wasser am besten. Im intensiv genutzten Gemüsegarten kann daher bei sandigen Böden die Wasserspeicherkapazität durch Einarbeiten von Lehm oder Kompost erhöht werden. Eine alte Gärtnerregel sagt, ‚einmal hacken spart einmal gießen‘. Besonders bei Trockenheit, wenn die Bodenoberfläche verkrustet ist, wird durch Hacken das Röhrensystem aus Kapillaren im Boden unterbrochen, wodurch die Feuchtigkeit im Boden nicht mehr ungehindert aufsteigen und verdunsten kann. Auch Mulchen mit Rasenschnitt o.ä. verringert ebenfalls Verdunstungsverluste. Allerdings sollte die Mulchschicht nur dünn aufgetragen werden, damit man sich keine behagliche Heimat für Schnecken schafft. Der Gemüsegarten ist wahrscheinlich auch der Teil des Gartens, der am meisten in den Genuss regelmäßiger Wasserversorgung kommt. Staudenbeete wird man sicherlich kaum oder nur bei extremer Trockenheit gießen, kann man doch hier bereits bei der Anlage des Beetes darauf achten, dass der Bedarf an Wasserzufuhr möglichst gering bleibt. Denn bodendeckende Stauden sorgen dafür, dass die Bodenoberfläche von Blattwerk bedeckt ist, wodurch sich die Feuchtigkeit länger halten kann. Und wer nicht unbedingt Wert auf einen englischen Golfrasen legt, kann auf das Wässern der Rasenflächen getrost verzichten. Dies würde nun wirklich kostbares Trinkwasser unnötig verschwenden, regeneriert sich der Rasen doch spätestens nach den nächsten Regengüssen. Bleibt nur noch die Frage, wann am besten gegossen werden sollte. Der ideale Zeitpunkt ist der Morgen. Es ist meist noch kühl und die Verdunstung ist daher nicht so hoch wie am Abend, wenn sich der Boden tagsüber erwärmt hat. Außerdem können die Blätter im Laufe des Tages besser abtrocknen als über Nacht, was Pilzkrankheiten und Fäulnis weniger Angriffsfläche bietet. Trotzdem sollte sich jeder Gartenbesitzer überlegen, ob und auf welchen Flächen es unbedingt notwendig ist, zu wässern. Wasser marsch im Garten mit kostbarem Trinkwasser belastet nämlich die Umwelt und den Geldbeutel. Kräuter gehören zu fast jedem Garten. Sie sind gesund, schmackhaft und sei duften gut. Nützlich wie sie sind, haben sie ihren Platz deshalb fast immer im Nutzgarten zwischen Salat und Gemüse. Doch Salbei, Thymian und viele andere Kräuter sind nicht nur wertvolle Gewürz- und Heilpflanzen, sie können im Garten noch viel mehr. Die meisten Kräuter bieten interessante Blattstrukturen und Farbtöne, was sie zu wertvollen Partnern für Stauden und Rosen macht. So können z.B. buntlaubige Sorten von Salbei für farbliche Akzente sorgen. Salbei gibt es mittlerweile in vielen verschiedenen Varianten mit entsprechend vielen Farbschattierungen, was sie zu einer idealen Begleitpflanze macht. Mit ihrer rauen Blattstruktur und den zurückhaltenden, eher stumpfen Farbtönen von grau- über gelbgrün bis hin zu violett können die verschiedenen winterharten Salbeisorten hervorragend als Verbindungs-, bzw. Füllpflanze verwendet werden. Besonders bei Beeten, die unter einem farblichen Thema angelegt wurden, wirken solche Pflanzen als Strukturpflanze, die die Pflanzung gliedern und ihr Tiefe verleihen. Ein weißes Beet z.B. erhält seine Leuchtkraft erst durch die verschiedenen Grün- und Grautöne. Gut eignet sich dazu auch Heiligenkraut (Santolina), dessen Blätter ebenfalls eine graue und raue Struktur haben und die sich mit ihrer niedrigen, fülligen Wuchsform als Füllpflanze verwenden lassen. So bekommen Staudenbeete nicht nur Struktur und eine Unterstreichung der Leuchtkraft, als Zugabe verströmen sie auch noch einen intensiven Duft nach Kräutern. Auch Thymian gehört zu den Kräuterpflanzen, die sich nicht nur gut im Nutzgarten machen. Beeteinfassungen aus duftenden Thymianreihen sehen gut aus und machen den Gang durch den Garten zu einem wahren Dufterlebnis. Auch hier gibt es zahlreiche Sorten, die dank ihrer Farb-, Wuchs-, und Duftrichtungen verschiedenste Variationen erlauben. Kriechender Thymian kann sogar mit Füssen getreten werden. Er ist etwas trittfest und kann — wenn nicht täglich eine Fußballmannschaft durchmarschiert — Fugen zwischen Steinen oder Kanten an Wegen innerhalb kurzer Zeit mit duftenden Teppichen ausfüllen. Alle Thymianarten sind äußerst anspruchslos. Sie gedeihen auf relativ mageren Standorten und lieben einen sonnigen Platz. Die verschiedenen Arten der Minze sollten dagegen nur vorsichtig im Garten eingesetzt werden. Sie breiten sich rasant aus und nehmen viel Platz in Beschlag, so dass manch schwächer wachsende Pflanze leicht verdrängt wird. Wer auf die verschiedenen Minzearten nicht verzichten möchte, reserviert ihnen am besten einen eigenen Platz im Garten, wo sie sich ungestört ausbreiten können. Lavendel ist zwar der fast schon klassische Partner für Rosen, allerdings macht er auch am Rand von Staudenbeeten oder als Einfassung bzw. Abgrenzung eine gute Figur. Beginnt er zu verkahlen, schneidet man ihn im Frühjahr bis ins Holz zurück, was der stark duftende, violett blühende Lavendel mit neuer Wuchskraft dankt. Ein wunderbarer Anblick — Clematis in voller Pracht mit großen farbenprächtigen Blütensternen. Doch manch ein Clematisbesitzer hat es schon erlebt: von einem Tag zum anderen hat sich die blühende Schönheit in ein sterbendes welkes Trauerspiel verwandelt. Triebe, Blätter, Knospen und Blüten sind dunkelbraun und die Pflanze sieht richtig krank und verdorrt aus. Grund dafür ist in den meisten Fällen die Clematiswelke. Verantwortlich dafür ist ein Pilz, der meist über das Blatt eindringt und über den Blattstiel in die Stängel gelangt. Dort verschließt er die Gefäße und der obere Triebteil bricht zusammen. Oft greift der Pilz bereits im Stängelbereich an, wo er sofort die Leitungsbahnen verschließt und den gesamten Trieb befällt. Eine chemische Bekämpfung ist nicht möglich, denn bislang ist nicht geklärt welcher Pilz genau der Verursacher der Clematiswelke ist. Trotzdem ist die Pflanze nicht verloren, der Pilz dringt nämlich nicht in die Wurzeln ein. Deshalb ist die einzige und in vielen Fällen auch wirksame Maßnahme ein radikaler Rückschnitt. Alle befallenen Pflanzenteile müssen entfernt werden und die Clematis bis in das gesunde Holz hinein abgeschnitten werden. Das Schnittgut muss über die braune Tonne entsorgt werden, keinesfalls sollte es auf dem Kompost im eigenen Garten landen. Die dortigen Temperaturen können — im Gegensatz zur Kompostanlage — den Pilz nicht unschädlich machen. Mit etwas Glück treibt die Pflanze nach dem Schnitt wieder neu aus. Tritt der Befall aber häufiger auf, sollte man sich überlegen, die Clematis ganz zu entfernen und für diesen Standort eine andere Kletterpflanze wählen. Wichtig zu wissen ist, dass die Krankheit besonders die großblütigen Clematissorten (Hybriden) befällt. Alle Wildformen wie z.B. Clematis alpina, Clematis montana, Clematis tangutica und deren Sorten haben fast nie Probleme mit der Welke. Auch die zahlreichen Sorten der zierlichen Clematis viticella, die es in vielen Farben und Blütenformen gibt, gelten als unempfindlich gegen die Krankheit. Noch ein Tipp zur Pflanzung von Clematis: sie möchte einen sonnigen bis halbschattigen Standort und vor allem immer einen kühlen, beschatteten und vor dem Austrocknen geschützten Fuß. Deshalb ist es sinnvoll, sie gleich mit einem Begleiter, z. B. einem kleinen Strauch o.ä. zu pflanzen, der diese Funktionen übernimmt. Außerdem reagiert die Clematis empfindlich auf Verletzungen oder Verdichten im Wurzelbereich, weshalb ein nachträgliches Unterpflanzen nur mit größter Vorsicht möglich ist. Der Boden sollte nährstoffreich und durchlässig sein. Staunässe muss unbedingt vermieden werden, evtl. sollte in das Pflanzloch eine Drainageschicht aus Kies eingebracht werden. So ungewöhnlich es auch klingt, aber es gibt tatsächlich Pflanzen, die im Juli und August gepflanzt werden wollen. Dazu gehören z.B. Schwertlilien. Sie schätzen einen Pflanztermin im Juli. Allerdings dürfen sie nicht zu tief gesetzt werden. Die Rhizome, wie die flachen Knollen genannt werden, sollen ungefähr zu einem Drittel aus der Erde ragen, sonst blühen die Schwertlilien nicht. Am besten gedeihen sie an einem sonnigen Standort auf warmem, durchlässigem Boden. Nach der Blüte kann man die Rhizome teilen und die Pflanzen so vermehren. Doch dann muss darauf geachtet werden, dass die Rhizome nicht tiefer gepflanzt werden, als vorher, wartet man doch andernfalls vergeblich auf eine Blüte. Madonnenlilien werden im August, vor dem Austrieb ihrer überwinternden Blattschöpfe gepflanzt. Auch sie möchten nicht allzu tief in den Boden und begnügen sich mit einer ca. 3cm starken Erdbedeckung. Sie lieben einen kalkhaltigen, nährstoffreichen Boden in sonniger aber geschützter Lage. Durch die flache Lage im Boden sind Madonnenlilien empfindlich gegen zu eifriges Graben oder Hacken, denn eine Verletzung der Zwiebel fördert das Eindringen von Pilzen und Bakterien. Wer Pfingstrosen, Christrosen oder Taglilien umpflanzen möchte, sollte dies am besten im August tun. Pfingstrosen, die in ihrer Blühwilligkeit nachlassen, können jetzt auch gut verjüngt werden. Dazu wird die Pflanze zurück geschnitten, vorsichtig ausgegraben und mit einem Spaten geteilt. Jede geteilte Pflanzenwurzel sollte aber mindestens zwei Triebaugen haben. Pfingstrosen dürfen übrigens keinesfalls tiefer eingepflanzt werden, als sie waren, denn sonst würde man auch bei ihnen vergeblich auf eine Blüte warten. Christrosen dagegen sollten nach dem Umpflanzen allerdings nicht zu flach in die Erde kommen. Trotzdem sind sie empfindlich, wenn um sie herum zu viel gehackt oder gegraben wird. Lässt man sie ungestört wachsen, entwickeln sie sich rasch zu einer wertvollen Gartenstaude, die jahrzehntelang am gleichen Platz überdauert. August ist auch die beste Pflanzzeit für die Herbstzeitlose. Die Blüten erscheinen bereits im September und schon so mancher Gartenfreund hat sie mit Krokussen verwechselt, die aber erst im Frühling blühen. Die Blätter der Herbstzeitlose erscheinen dagegen erst im Frühjahr, wo sie sich im Staudenbeet oder zwischen Farnen und Gräsern gut einfügen. Die schöne Zwiebelpflanze hat leider nur den Nachteil, dass alle Pflanzeteile stark giftig sind. September Mit dem Herbst beginnt die Pflanzzeit. Und so mancher Plan, der im Sommer angesichts der blühenden Beete gereift ist, kann so langsam in die Tat umgesetzt werden. Der Klassiker der Begleitpflanzen für Rosen ist der Lavendel. Der buschige Wuchs, das silbrig-graue Laub und die violette Blüte sind die Eigenschaften, die den Lavendel zum wertvollen Begleiter von Rosen machen. Allerdings gehört der Glauben, dass Lavendel den Läusebefall bei Rosen verhindert leider wohl eher zu den unbewiesenen Gartenweisheiten. Frauenmantel (Alchemilla mollis) gehört ebenfalls zu den Begleitstauden. Das grüne Laub und die gelbgrüne Blüte sind ideal dazu geeignet, verschiedene Farben zu verbinden, sei es von Rosen oder auch von anderen Stauden. Die dunklen Blätter des Purpurglöckchens (Heuchera micrantha ‚Palace Purple‘) schaffen wunderbare Farbeeffekte . Sie bringen Ruhe in die Farbenvielfalt und lassen Rottöne von hellrosa über rot, pink bis lachsfarben richtig aufleuchten. Auch ein Klassiker, wenn es um Rosen geht, ist das Schleierkraut (Gysophila), das es in verschiedenen Arten von höher bis niedriger gibt. Ihre duftige Blütenwolken umspielen die Rosen ohne mit ihnen zu konkurrieren. Etwas unbekannter aber trotzdem sehr wertvoll ist die Sterndolde (Astrantia major). Obwohl ihre Blüten eher unauffällig und nur von einem zarten Rosa überhaucht sind, machen sie als Begleiter von Stauch- oder Kletterrosen eine gute Figur. Neuerdings sind auch Sorten mit dunkelrosa Blütenfarben im Handel, die dann hervorragend zu Apricot- und Rosatönen passen. Etwas höher als die bisher genannten Stauden wird die Spornblume (Centranthus ruber). Sie bildet üppige Blütenwolken in dunkelpink und weiß aus, die gut zu Rottönen in allen Abstufungen passen. Spornblumen samen sich allerdings reich aus, deshalb muss man darauf achten, dass sie sich nicht zu breit machen im Stauden- und Rosenbeet. Rittersporn (Delphinium-Hybr.) wurden schon in den alten Bauerngärten zu Rosen gepflanzt. Trotz ihrer Größe und ihrer prachtvollen Blüte ist der Rittersporn keine Konkurrenz zu den Rosen sondern ein würdiger Partner, der eine Rosenpflanzung auflockern kann. Bei der Auswahl eines passenden Rosenbegleiters sollte man auf einige Dinge achten. Es eignen sich am besten die Stauden, deren Blütenfarbe die der Rose noch unterstreicht, bzw. verstärkt. Die Blütenform darf deshalb gar nicht zu spektakulär sein. Natürlich sollten dann beide gleichzeitig blühen. Die Staude sollte außerdem auch nach der Blüte noch attraktiv sein, z. B. schöne Blattschöpfe bilden oder ansprechendes Laub haben. Eine Unterpflanzung mit Stauden versteckt auch elegant manche kahlen ‚Füße‘ der Rosen, wie sie besonders manche Kletterrosen haben. Das Sortiment der Stauden ist groß, und so gibt es für die vielen Farben und Formen der Rosenblüten immer einen passenden Begleiter. Unweigerlich beginnen die vorbereitenden Arbeiten für den Herbst und Winter im Garten. Besondere Aufmerksamkeit sollte man jetzt den Kübelpflanzen zu kommen lassen, bevor sie sich ins Winterquartier verabschieden müssen. Kübelpflanzen möchten so lange wie möglich im Freien bleiben. Allerdings sollte die Düngung jetzt eingestellt werden, damit sich keine neuen Blütenansätze mehr bilden. Die Pflanzen sollten in Ruhe ausreifen können, um den Winter gut zu überstehen. Wichtig ist jetzt eine genaue Kontrolle auf Schädlinge. Ziehen Läuse, Spinnmilben oder Weiße Fliegen mit ins Winterlager um, lässt sich der Befall nur schwer eindämmen. Außerdem sind die Pflanzen in der Winterruhe nur schwer in der Lage, mit einem Schädlingsbefall fertig zu werden. Alle welken Blätter, Triebe und Blüten müssen entfernt werden, auch Unkraut im Topf wird herausgezogen. Der richtige Zeitpunkt zum Einräumen hängt von der Pflanze und von den Bedingungen im Winterquartier ab. Je höher die Temperatur im Überwinterungslager desto früher wird eingeräumt, je niedriger die Temperatur dort, desto länger können die Pflanzen draußen bleiben. Grund dafür ist, dass der Wechsel von der Außen- zur Raumtemperatur nicht allzu stark schwanken sollte, da dies eine zusätzliche Belastung für die Pflanzen bedeutet, die ihre innere Uhr ja schon auf ‚Ruhe‘ eingestellt haben. Generell sollten die Kübelpflanzen vor den ersten Nachtfrösten eingeräumt werden. Allerdings gibt es auch hier Unterschiede. Engelstrompeten, Fuchsien, Schönmalven usw. sind absolut frostempfindlich. Viele Pflanzen, wie Oleander, Bleiwurz oder Passionsblume tolerieren jedoch einige Minusgrade ohne Probleme. Werden sie mit Noppenfolie oder Vlies geschützt, können sie bis zu den stärkeren Frösten im Freien bleiben. Lorbeer, Echte Feige, Bambus, oder Granatapfel vertragen bei entsprechendem Standort sogar Temperaturen bis —10° C. Vor dem Umzug ins Winterlager sollte der Wurzelballen nicht allzu feucht sein, da die Pflanze im Winter nur wenig Wasser verbraucht und längere anhaltende Nässe zur Wurzelfäulnis führen könnte. Auch der Rückschnitt richtet sich je nach Art der Pflanze. Fuchsien, Engelstrompeten, Wandelröschen und Bleiwurz können im Herbst stark zurück geschnitten werden. Dadurch reduziert sich auch der Platzbedarf. Die meisten Kübelpflanzen brauchen einen hellen und kühlen Überwinterungsplatz und kommen mit Temperaturen von 5 bis 10°C klar. Der Raum muss auf jeden Fall frostfrei sein. Gut geeignet sind helle Treppenhäuser, kühle Wintergärten oder kleine Gewächshäuser. Keller eignen sich bedingt zum Überwintern. Die meisten Probleme entstehen nämlich bei zu hohen Temperaturen im Überwinterungslager. Doch je dunkler die Pflanzen überwintert werden, desto kühler muss es sein. Die Temperaturen sollten im Keller deshalb zwischen 5 und 8° C liegen. Ist es zu warm, beenden die Pflanzen ihre Wachstumsruhe und beginnen lange schwache Triebe zu bilden, was aber unnötig Reserven kostet. Die Folge ist eine höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten. Natürlich darf das Gießen im Winter nicht vergessen werden. Die meisten Kübelpflanzen erfrieren nicht, sie vertrocknen im Winterlager. Zwar ist der Wasserverbrauch in der Ruhephase stark reduziert, trotzdem sollte die Feuchtigkeit im Topf einmal wöchentlich kontrolliert werden. Wenn der Ballen sich vom Topfrand löst und kleine Risse aufweist, ist für die meisten Pflanzen der richtige Zeitpunkt zum vorsichtigen Gießen. Keinesfalls darf zuviel gegossen werden, denn auch auf Staunässe reagieren die Kübelpflanzen äußerst empfindlich. Auch wenn es angesichts der bevorstehenden grauen Tage schwerfällt, sich den nächsten Frühling vorzustellen, kommt man nicht umhin, an den bunten, verlockenden Blumenzwiebeln vorbeizugehen. Jetzt ist Hauptsaison für Tulpen, Narzissen, Schneeglöckchen und viele andere Frühlingsblüher. Sie bereichern den Garten in den noch blumenlosen Monaten. Mit Hilfe von Zwiebel- und Knollengewächsen lassen sich im Garten reizvolle Akzente setzen Vor allem kann die Blütezeit verlängert, bzw. frühzeitig eingeläutet werden, sind die Zwiebelblumen doch die ersten, die sich im zeitigen Vorfrühling zeigen. Und darauf wartet nicht nur der Gartenbesitzer sehnsüchtig, auch Insekten, wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge sind froh über jedes Angebot an Pollen und Nektar. Um den Zwiebeln einen dauerhaften Platz im Garten zu sichern, sollte man möglichst wenig hacken. Wird dabei nämlich die Zwiebel verletzt, haben Pilzsporen und Fäulniserreger leicht Zugang. Nach der Blüte speichern die Zwiebeln und Knollen Nährstoffe, die sie ihren oberirdischen Pflanzenteilen entnehmen. Deshalb bleiben die Blätter stehen, solange sie noch grün sind. Nachdem das Laub eingezogen ist, steht erst einmal eine Ruhepause an. So kann dann die Sommertrockenheit und die Winterkälte gut überstanden werden. Bei den meisten Zwiebeln ist es nicht notwendig, sie im Sommer aus dem Boden zu nehmen. Sie vermehren sich gut, wenn man sie in Ruhe lässt. Besonders unter Gehölzen können sie sich ausbreiten und im Frühjahr schöne Blütenteppiche bilden. Welche Zwiebelblumen eignen sich nun für welchen Standort? Standorte unter Gehölzen an denen vermeintlich ‚ ja sowieso nichts wächst‘ können gut mit Frühlingsblühern bereichert werden. Wohl fühlen sich dort z.B. Blausternchen (Scilla), Gelbstern (Gagea lutea), Schneestolz (Chionodoxa - himmelblaue Blütensterne mit weißem Auge), Lerchensporn (Corydalis) oder die gelben Winterlinge (Eranthis). Etwas feuchter liebt es die Schachbrettblume (Fritillaria meleagris). Die etwa 20 cm hohe Pflanze verdankt ihren Namen dem schachbrettartigen Muster ihrer Blüten, die im April erscheinen. Reich versamend sind die Traubenhyazinthen (Muscari), in Franken besser bekannt als ‚Schlotfegerli‘. Sie blühen reich im Vorfrühling und bilden leuchtend blaue Tuffs. Krokusse gehören wohl zu den bekanntesten Frühlingsboten. Sie leuchten als eine der ersten Vorfrühlingsblüher. Sie versamen sich üppig und besiedeln auch Stellen unter Gehölzen, die für Rasen zu schattig und nur von Moos durchzogen sind. Auch die Blütensaison der Staudenbeete kann mit Frühlingsblühern um einige Wochen früher beginnen. Tulpen, Lilien und Narzissen runden eine Beetstaudenpflanzung gut ab. Zu beachten ist dabei, dass Zwiebelblüher gewählt werden müssen, die ähnliche Standortansprüche wie die Beetstauden haben. Gartentulpen, die etwas höher werden, gibt es mittlerweile in vielen verschiedenen Farben. Beachtet man die unterschiedliche Blütezeit der einzelnen Sorten, kann man eine lange Tulpenpracht von März bis Mai genießen. Lilienblütige Tulpen z.B., die zu den spät blühenden Sorten gehören, zeichnen sich durch ihre Eleganz aus. Besondere Beachtung sollte man den sog. Botanischen Tulpen schenken. Diese Wildformen der Tulpen blühen bereits im März und bleiben etwas niedriger. Auch davon sind verschiedene Sorten im Handel, von kräftigen Farben bis zu gestreiften Sorten. Narzissen bevorzugen einen halbschattigen Standort. Vor einer schattigen bis halbschattigen Kulisse können sie besonders gut ihre Leuchtkraft entfalten. Das Sortiment an Zwiebelblumen ist schier unendlich groß. Die Kombinationsmöglichkeiten damit genauso. Die vielen Farbschattierungen laden dazu ein, nach Herzenslust auszuprobieren.
Der Sommer neigt sich dem Ende entgegen, und die erhoffte Blütenpracht der Beetstauden konnte man in diesem Jahr fast nur durch Regenschleier wahrnehmen. Vielleicht gibt es ja noch einen goldenen Herbst, die Welt der Stauden hat jedenfalls einiges zu bieten, damit das Gartenjahr doch noch einen farbenprächtigen Abschluss findet. Im September beginnt die Hochsaison der Herbststauden. Ihre späte Blütezeit machen sie wertvoll für viele Vögel und Insekten, für die eine späte Blütenpracht noch einmal einen üppigen Speisezettel bedeutet. Silberkerzen gibt es in verschiedenen Sorten. Die spät blühende Septembersilberkerze (Cimicifuga ramosa) und die Oktobersilberkerze (Cimicifuga simplex) vertragen einen schattigen Standort und gehören mit ihrer Höhe von 1,40 m bis 1,80 m und den weißen Blütenkerzen zu zauberhaften Blickfängen im Garten. Rötliche Akzente setzt die Fette Henne (Sedum telephium). Die Sorte ‚Herbstfreude‘ wird ihrem Namen gerecht, denn sie blüht üppig bis zum Frost und füllt mit ihrer dichtbuschigen, aufrechten Wuchsform die Lücken im Staudenbeet. Herbstastern gibt es mittlerweile in zahlreichen Farbtönen. In vielen Gärten feiern Glattblattastern (Aster novi-belgii), Raublattastern (Aster novae-angliae), Kissenastern (Aster Dumosus-Hybriden) und viele andere Arten und Sorten ein üppiges Farbenfest. Rosa, Violett, Purpur, Weiß und zahlreiche Schattierungen davon können die sommerliche Fülle mühelos ersetzen. Astern lieben einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit guter Wasserversorgung. Werden die Pflanzen in der Mitte kahl, sollten sie geteilt werden. Probleme mit Mehltau gibt es meist bei Glattblattastern. Raublattastern dagegen sind weniger anfällig. Herbstanemonen (Anemone Japonica-Hybriden) blühen von September bis Oktober, werden ca. 0,80 m hoch und haben — je nach Sorte in weiße oder hell- bis dunkelrosa Schalenblüten. Sie stellen kaum Ansprüche an den Standort und gedeihen sowohl in der Sonne als auch in schattigen Lagen. Auch nach der Blüte sind Sonnenhüte (Rudbeckia) noch attraktiv, denn die dunkelbraunen Fruchtstände können bis zum Winter stehen bleiben. Rudbeckien blühen goldgelb und gehören zu den sog. Massenblühern. Die Blütenschirme der 40-60 cm hohen Pflanze überziehen die spätsommerlichen Beete innerhalb weniger Jahre so zahlreich, dass der Ausbreitungsfreude rechtzeitig Einhalt geboten werden muss. Klassiker der Herbststauden sind natürlich auch die Chrysanthemen. Das Sortiment reicht von niedrigen bis höheren Sorten in zahlreichen Farben. Einige Sorte sind dankbar für einen Abdeckung im Winter, auch sind Chrysanthemen etwas empfindlich gegen Staunässe. Wer Sommerstauden, wie Rittersporn oder Phlox gleich nach der Hauptblüte bis knapp über dem Boden zurück geschnitten hat, kann sich jetzt über eine Nachblüte freuen. Nicht zu vergessen natürlich auch die mehrmals blühenden Rosen, die — wenn auch etwas spärlicher- zu einem spätsommerlichen Blütenflor ansetzen. Verblühtes wird bei den Rosen jetzt nicht mehr abgeschnitten, denn daraus entwickeln sich leuchtende Hagebutten. Werden die Herbststauden bei der Anlage eines Staudenbeetes gleich mit eingeplant, beschränkt sich die Blütezeit im Garten nicht nur auf den Sommer sondern es entstehen bis zum Frost immer wieder neue Blütenbilder im Garten. Übrigens: Nicht nur Rosen entwickeln mit den Hagebutten attraktive Fruchtstände. Auch Stauden müssen nicht gleich nach der Blüte abgeschnitten werden. Sie können auch noch im Winter bei Frost für filigrane Akzente im Garten sorgen. Der Garten bietet das ganze Jahr über immer wieder neue Bilder. Jede Jahreszeit hat andere Schwerpunkte. Sind es im Frühling die zarten Knospen und ersten Farbtupfer der Zwiebelblumen, verwöhnt der Sommer mit einer verschwenderischen Vielfalt an Farben und Blütenformen. Im Herbst kommen einzelne Farbtöne noch einmal kräftig zur Geltung, bevor sich die Blütenwelt im Garten auf weniger spektakuläre Farben und Formenspiele der Stauden und Gehölze beschränkt, die nur für den genauen Betrachter wahrnehmbar sind. Plant man die Entwicklung von Fruchtständen, Früchten und Laubfärbung mit ein, kann man das ganze Jahr über neue Gartenbilder genießen, auch dann, wenn sich die Natur im Herbst und Winter zurückzieht. Doch nicht nur Gehölze, auch zahlreiche Stauden bilden attraktive Fruchtstände oder schöne Herbstfärbungen aus, die den Garten besonders bei Frost im Winter mit filigranen Silhouetten bereichern können. Schafgarben (Achillea filipendulina) können z.B. mit ihren lang gestielten Dolden überwintern. Sie sind auch im abgeblühten, braunen Zustand noch standfest und können so ruhig bis weit in den Winter hinein noch stehen bleiben. Auch Astilben entwickeln starre braune Fruchtstände, die besonders gut im gefrorenen Zustand wirken. Einen auffälligen Anblick bieten die prächtigen Fruchtstände des Brandkrautes (Phlomis russeliana). Und Geißbart (Aruncus dioicus), der sich im Laufe des Sommers zu einer mächtigen Pflanze entwickeln kann, schmückt den Garten im Winter durch hochragende Fruchtstände und kräftig gelbe Laubfärbung. Die Dolden der Fetten Henne (Sedum telephium) zieren den Garten auch dann noch, wenn sie ihre Blütenfarbe von rot zu braun gewechselt haben. Und die bodendeckende Art der Fetten Henne (Sedum album ‚Coral Carpet‘) hat im Herbst mit einer ziegelroten Färbung einiges zu bieten. Das Laub der Schaumblüte (Tiarella cordifolia), einer niedrigen, bodendeckenden Staude, zeigt eine ebenso rötliche Färbung. Rötlich-braun werden die handtellergroßen, kräftigen Blätter der Bergenie (Bergenia cordifolia), und auch die verschiedenen Arten des Storchschnabels (Geranium) färben ihr Laub im Herbst von gelblich bis orange und dunkelrot. Gräser sind besonders im Herbst und Winter wertvolle Partner im Staudenbeet. Kräftige Herbstfärbungen und standfeste Stängel setzen markante Akzente in den abgeräumten Beeten. Leuchtend orange-rot gefärbt sind z.B. die Blätter der Rutenhirse (Panicum virgatum ‚Rehbraun‘). Auch die verschiedenen Arten von Chinaschilf (Miscanthus) sind standfest bis zum Winter und zeigen nicht nur eine gelbe Herbstfärbung sondern auch silbrig-violette Blütenstände. Das Angebot an Gräsern ist groß, es lohnt sich, sie in Staudenbeete mit einzuplanen. Sie gehören zwar nicht zu den Stauden, wohl aber zu den Klassikern im Herbst — die Fruchtstände der Rosen — die Hagebutten. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass auch die Hagebutten, genau wie die Blüten der verschiedenen Rosensorten, unterschiedlich ausgeformt sind. Dicke, fast rundliche Knospen der Wildrosen, schlanke und längliche, oder zierlich kleine, kugelige Formen — je nach Blüte variiert auch die Frucht. Und bei Rosen denkt man natürlich gleich auch an Clematis, die im Herbst ebenso attraktiv ist, wie zur Blütezeit. Besonders die Wildformen bilden nämlich zahlreiche silbrig-weiße Büschel aus, die ganze Wände überziehen und in der Herbstsonne glänzen. Die Fruchtstände der Stauden können also gut den Winter über stehen bleiben. So entstehen im Garten attraktive und filigrane Akzente, die gleichzeitig ein wertvolles Nahrungsangebot für Vögel bieten. Im zeitigen Frühjahr oder wenn die Stängel nach längeren Nässeperioden unansehnlich geworden sind, schneidet man sie einfach über dem Boden ab und freut sich auf den Neuaustrieb im Frühling.
Oktober So manche Neu- oder Umgestaltung im Hausgarten wird jetzt in Angriff genommen. Gerade bei Neuanlagen stellt sich oft die Frage nach Sichtschutz und Abgrenzungsmöglichkeiten mit pflanzlichen Mitteln. Die gibt es tatsächlich reichlich, lassen sich mit Gehölzen doch nicht nur manche Einblicke ins Grundstück verdecken. Geschickt platziert zaubern Sträucher und Bäume markante Blickpunkte in den Garten. Deshalb sollte man bei der Auswahl nicht nur darauf achten, wie schnell der Strauch oder Baum wie groß wird. Wuchsform, Blütezeit, Blütenfarbe, Fruchtschmuck und Herbstfärbung sind nämlich genauso wichtige Kriterien, mit denen Gehölze den Garten bestimmen, besonders dann, wenn Baum oder Strauch eine Einzelstellung bekommen soll. Doch auch die klassische Gartenhecke unterliegt durchaus ähnlichen Auswahlkriterien. Eine echte Alternative zu den dunkel und monoton wirkenden Koniferenhecken bieten Blütensträucher, wie z.B., Hartriegel, Holunder, Haselnuss, Schmetterlingsstrauch, Ranunkelstrauch, Heckenkirsche und viele andere. Sie sind relativ pflegeleicht, bieten vielen Singvögeln Brut- ,Rückzugsraum und Nahrungsquelle und sind Lebensraum für viele Insekten und Kleinlebewesen. Dafür belohnen sie bei entsprechender Auswahl mit einer langen Blütezeit und prächtigen Herbstfärbung. Die Pflege der Blütenhecken beschränkt sich darauf, vertrocknete oder abgestorbene Triebe zu entfernen. Beginnen die Gehölze nach einigen Jahren zu verkahlen, oder die Blühwilligkeit nachzulassen, werden alte Triebe direkt über dem Boden heraus genommen, wodurch das Wachstum der jüngern Triebe aus der Strauchbasis heraus gefördert wird. Auch hier gilt: Ein starker Rückschnitt fördert ein starkes Triebwachstum der Gehölze. Allerdings sollte man bei allen Schnittmaßnahmen immer die natürliche Wuchsform im Auge behalten. So manches Gehölz gleicht nach einer ‚Radikalkur‘ eher einem Kleiderständer als einem Strauch. Wer trotzdem Wert auf eine sauber geschnittene Hecke legt, hat immer noch eine gute Auswahl an sommergrünen Gehölzen und braucht auf Blüten-, Blattschmuck und Herbstfärbung nicht zu verzichten. Feldahorn, Hainbuche, Kornelkirsche, Rotbuche und einige andere sind echte Alternativen zu immergrüner Thuja und Juniperus. Die Entscheidung für Gehölze ist immer eine recht langfristige. Bäume oder Sträucher nehmen über Jahrzehnte ihren Platz im Garten ein und verändern ihn, je größer sie werden. Deshalb sollte man sich Bäume und Sträucher sehr sorgfältig aussuchen und beim Kauf unbedingt auf eine einwandfreie Qualität achten. Weitere Gartentipps gibt es außerdem unter: www.kitzingen.de/behördenführer/gartenkultur und landespflege Je kühler es wird, je kahler die Beete im Garten werden und je mehr sich der Garten auf die Winterruhe vorbereitet desto größer wird das Bedürfnis, freie Ecken mit neuen Pflanzen zu füllen. Wer den Sommer über sehnsüchtig von Rosen geträumt hat, kann jetzt an die Arbeit gehen, den richtigen Standort zu finden, denn der Herbst ist die ideale Pflanzzeit für Rosen. Rosen- und Baumschulen bieten die wurzelnackten Pflanzen meist im Oktober/November und im März/April an. So lange der Boden nicht gefroren ist, können die Rosen also gut in der kalten Jahreszeit gepflanzt werden. Containerrosen — das sind Rosen, die im Topf verkauft werden - können dagegen das ganze Jahr über gepflanzt werden. Wurzelnackte Rosen müssen vor dem Pflanzen gründlich gewässert werden. Steht der Standort dann fest — Rosen mögen einen sonnigen Platz — wird das Pflanzloch so groß ausgehoben, dass alle Wurzeln gut Platz haben. Und zwar ohne geknickt und gebogen werden zu müssen. Besonders wichtig ist aber die Tiefe der Pflanzgrube. Die Rose muss so tief gepflanzt werden können, dass ihre Veredlungsstelle — das ist der verdickte Übergang von den Wurzeln zu den Trieben — ca. 5 cm unter der Erdoberfläche liegt. Der gelockerte Boden kann mit reifem Kompost angereichert werden. Vor dem Einpflanzen werden geknickte und abgestorbene Wurzelteile zurück geschnitten. Die Rose wird locker in das Pflanzloch gesetzt und ein Teil des Erdgemisches eingefüllt. Damit auch an die Wurzeln genügend Feuchtigkeit kommt, wird die Pflanzgrube jetzt kräftig mit Wasser eingeschlämmt. Anschließend wird die restliche Erde eingefüllt, etwas angetreten und nochmals reichlich gegossen. Zum Schutz vor Frost und Verdunstung wird die Rose nun "angehäufelt", d.h. die Erde bis an die Triebe angefüllt. Erst wenn starke Fröste drohen, ist es auch notwendig, die Pflanzen mit Fichtenzweigen, Stroh oder ähnlichem zu schützen. Der eigentliche Schnitt der Rosen erfolgt erst im Frühjahr. Auch an den bestehenden Rosen genügt es, die Triebe lediglich um ein Drittel einzukürzen. Waren der vorgesehene Standort schon vorher mit Rosengewächsen bestückt, müssen Rosenliebhaber allerdings nicht wie nach alter Gärtnerweisheit 99 Jahre warten, bis dort neue Blütenpracht entstehen darf. Es genügt, wenn der Boden mindestens 60 — 70 cm tief ausgetauscht wird. Verzichtet man darauf, besteht die Gefahr, dass die neuen Rosenpflanzen kümmern, denn Wurzelausscheidungen der alten Pflanzen und Nematoden haben den Boden müde gemacht. Wer ganz sicher gehen will, lässt den Boden einige Monate ausruhen und sät an dieser Stelle den Sommer über Tagetes, die als ‚Nematodenkiller‘ gelten. Weitere Gartentipps gibt es außerdem unter: www.kitzingen.de/behördenführer/gartenkultur und landespflege Der Herbst ist die Zeit der kräftezehrenden Arbeiten im Garten. Denn so lange der Boden noch nicht gefroren ist, ist die beste Zeit, Gehölze zu pflanzen. Bäume und Sträucher sollten am besten gleich nach dem Kauf gepflanzt werden. Ist das nicht möglich, müssen wurzelnackte Pflanzen und Ballenware an einem geschützten Platz ‚eingeschlagen‘ werden, d.h. die Wurzeln werden mit Erde abgedeckt, damit sie nicht austrocknen. Wichtig ist in jedem Fall eine gründliche Bodenvorbereitung, auch dann, wenn die Gehölze im Container, also im großen Topf, gekauft wurden. Das Pflanzloch sollte im Durchmesser 1,5 mal so groß sein wie der Wurzelballen, die Sohle des Pflanzloches wird ca. 15 — 20 cm tief aufgelockert. Am besten lagert man beim Aushub den Unterboden getrennt vom Oberboden. Zur Humusanreicherung kann nämlich der Oberboden mit Kompost gemischt werden. Bei sehr schweren Böden sorgt die Beimischung von Sand für eine bessere Durchlüftung des Wurzelbereiches. Vor dem Einpflanzen werden die Gehölze kräftig gewässert, allerdings sollten sie keinesfalls tagelang im Wasser stehen. Ist die Pflanzgrube ausgehoben und der Boden vorbereitet, geht es ans Einpflanzen. Bei wurzelnackten Pflanzen werden abgeknickte, überlange oder beschädigte Wurzeln zurück geschnitten. Sträuchern kürzt man die oberirdischen Triebe um ca. ein Drittel ein, denn ein ausgewogenes Verhältnis von Wurzelmasse und oberirdischen Teilen erleichtert das Anwachsen. Ballenware wird allerdings nur etwas ausgelichtet. Braucht das Gehölz Stützpfähle, schlägt man diese gleich vor dem Einpflanzen neben das Pflanzloch ein. So vermeidet man eine spätere Beschädigung des Wurzelballens. Die Pflanze wird nun locker in die Grube gestellt, bei Gehölzen mit Ballen werden die Enden des Ballentuches geöffnet und zur Seite geschlagen. Die Wurzeln werden zuerst mit Unterboden eingedeckt, der vorbereitete Oberboden kommt darüber. Beim Einfüllen des Bodens rüttelt man das Gehölz immer wieder, damit sich die Erde gleichmäßig verteilt und die Wurzeln auch gut Kontakt zum Erdreich bekommen. Zu beachten ist noch, dass wurzelnackte Gehölze nicht unbedingt tiefer gepflanzt werden sollten, als sie in der Baumschule standen. Wie tief der Stamm vorher stand, ist leicht an der Färbung des Wurzelhalses zu erkennen. Zum Schluss, ganz wichtig: kräftig wässern! Und um den Boden vor dem Austrocknen zu schützen und die Bodenbelebung zu fördern kann eine Mulchschicht aus Laub, Rasenschnitt oder ähnlichem aufgebracht werden. Weitere Gartentipps gibt es außerdem unter: www.kitzingen.de/behördenführer/gartenkultur und landespflege Das Wachsen, Blühen und Vergehen symbolisiert den Kreislauf des Lebens und mit einer individuellen Gestaltung der Gräber soll die Erinnerung an die Verstorbenen lebendig bleiben. Kurz vor Allerheiligen werden vielerorts wieder die Gräber neu geschmückt und für den Winter vorbereitet. Doch oftmals sind Friedhöfe eintönig und aufgeräumt. Alte Bäume werden wegen ihres Laubwurfes entfernt und viele Gräber wirken akkurat und monoton. Ein Grab ist ein Teil der Natur, Pflanzungen in Reih und Glied entsprechen diesem Gedanken weniger. Die Pflege der Gräber muss sich zwar in Grenzen halten können, doch schließt dies eine blütenreiche und harmonische Gestaltung nicht aus. Dabei ist eine schlichte Anlage mit einzelnen Akzenten oft mehr als eine üppige und pflegeintensive Bepflanzung. Doch wie geht man bei der Auswahl der Bepflanzung vor? Zunächst einmal sind die Standortansprüche zu beachten. Liegt das Grab an einer sonnigen Stelle oder unter Bäumen? Ist der Standort feucht oder trocken? Wie viel Pflegeaufwand kann investiert werden? Die jährlich wiederkehrenden Stauden symbolisieren am deutlichsten den Kreislauf des Lebens. Stauden gibt es für nahezu jeden Standort, besonders für die, an denen sommerlicher Wechselflor nur schwer bestehen kann, wie z.B. in schattigen und feuchten Lagen. Sie brauchen nur wenig Pflege und werden im Herbst einfach abgeschnitten. Wo nötig, muss der Boden vor der Pflanzung mit Kompost verbessert werden. Eine gründliche Bodenvorbereitung ist die Bedingung für eine gute Entwicklung der Pflanzen. Soll die Fläche mit bodendeckenden Stauden bestückt werden, eignen sich dazu z.B. Haselwurz, Immergrün, Fetthenne, Feldthymian und viele mehr. Sie beschatten die Erde und schützen sie vor Austrocknung. Zur Akzentuierung kann ein Bereich des Grabes mit einer Gruppe von höheren Blütenstauden, Sommerblumen, jahreszeitlichem Flor oder einer Pflanzschale bestückt werden. Wichtig ist, die Pflanzen in größeren Gruppen anzuordnen. Dies gilt auch für die wechselnden Bepflanzungen, wie Stiefmütterchen, Erika, Geranien, Begonien usw. Auch sie wirken am besten in Gruppen. Wer mehr Pflege investieren kann, bestückt die ganze Grabfläche mit verschiedenen Stauden. Mit unterschiedlichen Höhenstaffelungen, Blütezeiten und abgestimmten Blütenfarben lassen sich wunderschöne Pflanzungen gestalten, die dauerhaft und relativ pflegeleicht sind. Die Staudenauswahl richtet sich nach den Standortverhältnissen. Sowohl für sonnige als auch für schattige Bereiche sind in den Gärtnereien die passenden Stauden erhältlich. Niedrige Gehölze wie Buchs, Eibe, Zwergformen von Gehölzen oder eine schöne Rose können eine Bepflanzung auflockern oder auch nur als einzelner Akzent verwendet werden. Sie setzen markante Punkte und sorgen dafür, dass sich die Gestaltung nicht nur auf die bodennahen Bereiche beschränkt, sondern auch in der Höhe wirkt, z.B. zum Betonen oder Umspielen des Grabsteines. Auch beim Grabschmuck mit Kränzen, Gestecken oder Sträußen sollten natürliche Materialien verwendet werden. Zapfen, Samenstände, frische und getrocknete Blüten und Blütenstände sind lange haltbar, witterungsbeständig und sie tragen mit einer naturnahen Gestaltung zu einem guten Gesamtbild des Friedhofes bei. Gefärbte oder künstliche Materialien wirken dagegen wie Fremdkörper, ganz besonders, wenn Bäume und Sträucher im Friedhof kahl sind und die Natur sich mit ihren Farben zurück gezogen hat. Der natürliche Wandel der Jahreszeiten darf sich durchaus auch in der Gestaltung der Gräber zeigen. Weitere Gartentipps gibt es außerdem unter: www.kitzingen.de/behördenführer/gartenkultur und landespflege November Wer genießt es nicht — das prächtige Farbenfest im Herbst, wenn sich die Blätter färben und die Natur noch einmal Bäume und Sträucher in rötliche und goldene Gewänder wirft. Doch spätestens, wenn das Laub nach den ersten Frösten fällt, ist es vorbei mit der Pracht und für den Gartenbesitzer sind die Blätter nur noch Abfall. Doch das Herbstlaub ist mehr als nur Abfall, es ist Rohstoff im Naturkreislauf, aus dem Humus und Nährstoffe für den Boden entstehen. Deshalb sollte so viel wie möglich davon im Garten bleiben. Natürlich wird man Wege, Straßen und auch den Rasen vom Laub befreien. Unter Bäumen, Sträuchern und Hecken sollten die Blätter aber liegen bleiben, denn im Laub steckt so einiges. Verrottende Blätter führen dem Boden wichtige Nährstoffe zu und sind so ein optimaler Dünger. Damit wird der Boden verbessert und gleichzeitig vor Austrocknung geschützt. Deshalb ist auch das Staudenbeet ein idealer Platz, zum Ausbringen der herbstlichen Blätterpracht. Für Rosen oder frostempfindliche Zwiebelblumen, wie z.B. die Madonnenlilie können die Blätter auch eine wärmende Winterdecke sein. Bei den Regenwürmern steht das Herbstlaub auf der Speisekarte ganz oben. Sie fressen und verdauen es und versorgen so den Boden mit wertvollem Humus. An der Zersetzung des Laubes sind zahlreiche Mikroorganismen und Kleinstlebewesen beteiligt. Dies sorgt zum einen für eine Belebung des Bodens und damit für eine bessere Krümelstruktur. Zum anderen steigert dies das Nahrungsangebot für die Vogelwelt, die unter dem Laub auf der Suche nach Käfern und Insekten fündig werden. Eine dicke Packung aus Laub und Reisig ist außerdem der ideale Überwinterungsplatz für Igel, Mäuse, Käfer, Schmetterlingsraupen und vielen anderen Tieren. Noch ein Tipp für alle, denen die Überwinterungsquartiere für Kübelpflanzen knapp werden: Bleiwurz, Solanum, Agapanthus und viele Kübelpflanzen mehr können an einem geschützten Platz — eingepackt in eine dicke Laubschicht - gut draußen überwintern. Auch Rosen im Pflanzkübel oder Stauden im Topf überstehen den Winter mit einem Blättermantel recht gut. Sie sind damit sowohl vor Frost als auch vor Austrocknung geschützt. Allerdings muss man im Frühjahr rechtzeitig ans Auspacken denken, damit die Pflanzen nicht schimmeln. Herbstlaub ist also weitaus mehr als nur lästiger Abfall. Mit den immer beliebter werdenden Laubsaugern, die vor allem Krach machen und Abgase produzieren ist die Wirkung der wertvollen Bodenverbesserung aber buchstäblich weggeblasen. Die Gartentipps sind auch auf der homepage des Landkreises abrufbar unter: www.kitzingen.de/bürgerservice/service. Weitere Gartentipps gibt es außerdem unter: www.kitzingen.de/behördenführer/gartenkultur und landespflege Der Winter naht - und für die Gartenfreunde beginnt langsam die ruhige Zeit. Solange der Boden noch nicht gefroren ist, können allerdings noch Gehölze gepflanzt werden. Staudenpflanzungen sollten jetzt aber besser auf das Frühjahr verschoben werden. Rosen brauchen bei stärkeren oder anhaltenden Frösten auch einen Winterschutz. Die Veredlungsstelle wird deshalb entweder durch Anhäufeln mit Erde, durch eine Laubschicht oder durch Fichtenreisig geschützt. Hochstammrosen brauchen eine Sonderbehandlung. Sie werden - wenn möglich - umgebogen und dann mit Zweigen abgedeckt. Lässt sich der Stamm nicht mehr biegen, wird die Veredlungsstelle in der Krone mit Stroh, Holzwolle, Fichtenreisig oder ähnlichem Material abgedeckt. Keinesfalls sollten den Hochstämmen Plastikbeutel übergestülpt werden. Ein Rückschnitt erfolgt bei den Rosen erst im Frühjahr. Im Herbst werden die Triebe höchstens um 1/3 zurückgenommen, abgestorbene Zweige und Blätter, die von Sternrußtau, Mehltau oder sonstigen Krankheiten befallen sind, werden entfernt. Frostbeständige Töpfe und Kübel, die im Freien überwintert werden, bekommen Holzklötze unter die Füße. Dies bewahrt vor einem Festfrieren am Boden. Zu beachten ist, dass wirklich auch nur die Tontöpfe im Freien stehen bleiben können, die als frostsicher gekennzeichnet sind. Sie sind aus wesentlich stärkerem Material hergestellt, sodass sie auch bei tiefen Minusgraden nicht vom Frost gesprengt werden können. Samenstände von Stauden und Stängel von Gräsern können ruhig stehen bleiben. Sie sind Unterschlupf und Nahrungsquelle für viele Nützlinge und Kleintiere, wie z. B. Mäuse, Vögel oder Marienkäfer. Und im gefrorenen Zustand sehen die Gräser und Fruchtstände sehr reizvoll aus. Es genügt dann, sie im Spätwinter oder im zeitigen Frühjahr abzuschneiden. Auch im Gartenteich sollten Wasserpflanzen, Schilf und Gräser stehen bleiben. Bei Frost sorgen sie für den nötigen Gasaustauch im Wasser. Laub und abgestorbene Pflanzenreste, die im Wasser schwimmen, sollten allerdings entfernt werden. Seerosen und Fische überstehen den Winter auch unter einer Eisdecke meist unbeschadet, wenn der Teich mindestens 70 — 80 cm tief ist. Weitere Gartentipps gibt es außerdem unter: www.kitzingen.de/behördenführer/gartenkultur und landespflege Der Garten ist winterfest gemacht worden, die empfindlicheren Pflanzen sind geschützt, bleibt nur noch, auch den Gartengeräten eine gründliche Pflege angedeihen zu lassen. Damit die Werkzeuge nicht nur eine Opfer von Staub, Spinnweben und Rost werden, sollte man auch ihnen eine gründliche Wintervorbereitung gönnen, damit sie auch im nächsten Frühjahr wieder einsatzbereit sind. Gartengeräte sollten eigentlich nach jedem Gebrauch gereinigt werden. Dazu ist zwar nicht immer Zeit und Muße, aber eine sorgfältige Pflege verlängert die Lebensdauer und Funktion guter Geräte beträchtlich. Gartenscheren gibt es in allen Preis- und Qualitätsstufen. Die Anschaffung einer guten Schere lohnt sich immer, ist sie doch eines der meist benutzten Werkzeuge im Garten. Mit einer qualitativ hochwertigen Schere lässt sich zum einen leichter arbeiten und zum anderen macht die Gartenarbeit mit gutem Werkzeug auch mehr Spaß. Gute Scheren lassen sich zerlegen, so dass die beweglichen Teile leicht von Erd- und Pflanzenresten befreit werden können. Dazu nimmt man am besten eine grobe Bürste und ein feuchtes Tuch. Reste von Harz an der Klinge lassen sich auch mit Öl entfernen. Von Zeit zu Zeit sollte man die Klinge nachschleifen lassen oder selbst schärfen. Werden alle beweglichen Teile vor der Winterruhe eingeölt, wird sich die Schere im Frühjahr wieder optimal benutzen lassen. Spaten, Grabgabeln, Schaufeln usw. werden vor dem Einlagern von Schmutz befreit. Die Metallteile lassen sich am besten mit einer groben Bürste reinigen, Rost entfernt man mit Stahlwolle. Mit Öl eingerieben und trocken gelagert kommen diese Werkzeuge unbeschadet über den Winter. Rasenmäher sollten eigentlich nach jedem Mähen gründlich gereinigt werden. Grasreste können sonst sehr hartnäckig an Messer und Gehäuse eintrocknen und sind dann nur mühsam wieder zu entfernen. Bei Benzinmähern sollte der Tank geleert und die Metallteile mit Schutzöl eingesprüht werden. Auch die Zündkerzen sollten ausgebaut und gereinigt werden. Alle Geräte sollten unbedingt vor Nässe geschützt gelagert werden, damit sich keine Rost ausbreiten kann. Gutes Werkzeug hat zwar seinen Preis, bei der richtigen Pflege zahlt sich dieser aber aus. Einige Fachgeschäfte bieten auch Wartungsarbeiten, wie Reinigen oder Schleifen von Heckenscheren, Kettensägen usw. an. Weitere Gartentipps gibt es außerdem unter: www.kitzingen.de/behördenführer/gartenkultur und landespflege Geht es auf Advent und Weihnachten zu, denkt angesichts der kahlen Gehölze kaum jemand mehr an den Garten. Doch auch im grauen November zeigt die Natur bei näherem Hinsehen ihre faszinierenden Schönheiten. Bäume und Sträucher haben nämlich noch mehr zu bieten als Blüten und üppiges Blattwerk. für manche Gehölze ist der Stamm das auffälligste Erkennungsmerkmal. Eine Platane ist z.B. leicht an ihrer Rinde zu bestimmen, die sich in unregelmäßigen Platten ablöst und bizarre Muster im Stamm hinterlässt. Die verschiedenen Farbtöne und Strukturen der Borken und Rinden verdienen also mindestens genauso viel Aufmerksamkeit, wie Blatt- und Blütenschmuck. Deshalb lohnt es sich immer, bei der Pflanzung von Gehölzen auch solche Aspekte mit einzuplanen, die besonders gut im Winter zur Geltung kommen. Solche Rindenmuster und -farben sind ein außerordentlich attraktiver Winterschmuck im Garten, und bieten auch in der vermeintlich unspektakulären und meist grauen Jahreszeit einen ganz besonderen Reiz. Eine auffällige Färbung haben die Rinden der verschiedenen Hartriegel-Sorten. Cornus stolonifera ‚Flaviramea‘ hat strahlend gelbe Zweige, Cornus alba ‚Sibirica‘ dagegen leuchtet kräftig rot im grauen November. Und Cornus alba ‚Kesselringii‘ zeigt eine schwärzliche Färbung der Triebe. Wenn die Färbung der Hartriegelzweige nach einigen Jahren nachlässt, werden die Sträucher kräftig zurück geschnitten, sie treiben dann wieder in den attraktiven Rindenfarben durch. Auch in der Familie des Ahorn sind einige auffällige Vertreter zu finden. Die Zweige des heimischen Feldahorns (Acer campestre) haben z.B. breite Korkleisten, die im kahlen Winter wie Flügel wirken. Den Roten Schlangenahorn (Acer capillipes) dagegen erkennt man an seiner grünen Rinde mit den auffälligen weißen Längsstreifen, die — wie der Name schon sagt — entfernt an ein Schlangenmuster erinnern. Auch der Rostbart-Ahorn (Acer rufinerve) fällt durch sein attraktives Rindenbild auf. Die starken olivgrünen Äste sind, ähnlich wie beim Schlangenahorn, von grau-weißen Längsstreifen durchzogen. Der heimische Bergahorn (Acer pseudoplatanus) dagegen ziert im Winter mit seiner silbrig-graubraunen Borke, die schuppenförmig abblättert. Kantige Zweige, die mit jeweils vier Korkleisten besetzt sind, machen das Geflügelte Pfaffenhütchen (Euonymus alatus) zu einem Blickfang im Garten, auch dann noch, wenn seine leuchtend rote Herbstfärbung vorüber ist. Beliebt wegen seiner sonnengelben Blüten ist der Ranunkelstrauch (Kerria japonica). Er hat allerdings mehr zu bieten als nur die frühe Blüte, seine Triebe sind nämlich auch im unbelaubten Zustand ein Gartenschmuck. Sie zaubern tatsächlich ein bisschen Grün in den Garten, denn die Kerrie streckt strahlend hellgrüne Zweige in den Winterhimmel. Ähnlich wie die einige Weidenarten, deren Zweige gelblichgrün in der Sonne zum Leuchten kommen. Bei genauerem Hinsehen bieten auch die verschiedenen Arten der Kirschen einen schönen Rindenschmuck. Von Gelborange bis Rotbraun reicht das Farbspektrum. Die rötlich-braunen Stämme die von grauen Querstreifen durchzogen sind, glänzen besonders schön, wenn die Sonne darauf scheint. Nicht nur im Winter ist das auffälligste Erkennungsmerkmal der Birke (Betula pendula) ihre Rinde. Fast jeder erkennt eine Birke allein am Stamm, mit seiner leuchtend weißen Rinde, die sich wie dünne Papierstreifen abziehen lässt. Die Schwarzbirke (Betula nigra) verdankt ihren Namen aber ihrer silbergrauen bis schwarzbraunen Rinde, die sich im Alter am Stamm zu bizarren Formen aufrollt. Gehölze sind also durchaus auch im Winter zierend, es müssen nicht nur immergrüne Sträucher sein, die in der grauen Jahreszeit für Farbe im Garten sorgen.
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Dezember Der Garten liegt im Winterschlaf, und so ruht auch die Gartenarbeit. Deshalb werden die Gartentipps in den kommenden Wochen einzelnen Pflanzen gewidmet. In kurzen Portraits werden die Eigenschaften, Standortansprüche und Verwendungsmöglichkeiten bekannter und weniger bekannter Pflanzen vorgestellt. Den Anfang macht das — hauptsächlich als Zimmerpflanze bekannte- Alpenveilchen. Seine Heimat reicht vom Mittelmeergebiet, Süd- und Mitteleuropa bis Kleinasien. Im Herbst und Winter bieten die Gärtnereien das beliebte Zimmer-Alpenveilchen (Cyclamen persicum) in verschiedenen Rot-, Rosa- oder Lilatönen an, auch weiße oder zweifarbige Sorten sind im Handel. Die Blütenformen reichen von großblumig bis mini oder gefranst. Im Zimmer braucht diese Alpenveilchen-Art einen hellen Standort, allerdings keine pralle Sonne und mäßig warme bis kühle Temperaturen. Auf Staunässe reagieren Alpenveilchen allerdings sehr empfindlich. Weit weniger bekannt ist aber, dass das Alpenveilchen Verwandte hat, die winterhart sind und im Freiland verwendet werden. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet sind — wie der Name schon sagt - die Bergwälder. Mit Veilchen sind sie allerdings nicht verwandt, sie gehören zur Familie der Primelgewächse. Wildalpenveilchen sind sehr viel zierlicher als ihre Verwandten im Topf. Sie bevorzugen den Schutz von Sträuchern und lichten Bäumen und meiden vernässte, schwere Böden. Das Vorfrühlingsalpenveilchen (Cyclamen coum) gilt als recht unproblematisch. Seine Knollen werden ca. 5-10 cm tief in den Boden gepflanzt, die Triebhälse dürfen keinesfalls aus dem Boden ragen. Die Blütezeit dauert von Februar bis März, mancherorts kann sogar schon im Dezember mit den ersten Blütenköpfchen in weiß, rosa oder karminrot gerechnet werden. Mit den rundlichen dunkelgrünen bis silbrigen Blättern kann Cyclamen coum größere Flächen teppichartig überziehen. Allerdings sollte man beachten, dass diese Alpenveilchen ihr Laub im Sommer einziehen, auf versehentliches Hacken oder Graben reagieren sie äußerst empfindlich. Wer Alpenveilchen im Garten hat, wird bald auch nicht auf die sommerblühende Art verzichten wollen. Cyclamen purpurascens, das Sommeralpenveilchen, blüht von Juni bis September und hat immergrünes Laub. Allerdings braucht diese Art einen frischen Standort, der auch im Sommer nicht austrocknen darf. Wie alle Alpenveilchen meidet aber auch das Sommeralpenveilchen die Staunässe. Besonders attraktives Laub hat das Efeublättrige Alpenveilchen (Cyclamen hederifolium). Die herzförmigen Blätter haben eine schöne weißliche Zeichnung und die Blütenfarben reichen von weiß bis rosa. Die Blütezeit beginnt im August und dauert bis in den Oktober hinein. Im lichten Schatten von Gehölzen, wo es im Sommer ruhig trocken sein darf, fühlt sich das Efeublättrige Alpenveilchen am wohlsten. Es gilt als Dauerblüher, der durch Selbstaussaat rasch große Flächen unter Gehölzen überziehen kann. Die oftmals ungeliebten schattigen Plätze unter Gehölzen, auf denen vermeintlich ‚eh nichts wächst‘, können mit dieser wertvollen und robusten Gartenstaude zu einem zauberhaften Blickfang werden. Weitere Gartentipps gibt es außerdem unter: www.kitzingen.de/behördenführer/gartenkultur und landespflege
‚Kind des Mondes, nicht der Sonne‘ nannte sie Eduard Mörike. Tatsächlich ist die Christrose eine Pflanze, die unvergleichlich ist. Blüht sie doch in einer, für liebreizende und duftende Blumen eher untypischen Zeit. Mit Rosen hat sie allerdings nur den Namen gemein, gehört die Christrose doch zur Familie der Hahnenfussgewächse (Ranunculaceae). Die Christrose oder Christblume, Schneerose, Schwarze Nieswurz, wie nur einige ihrer zahlreichen Bezeichnungen lauten, ist ein wertvoller Gartenschatz. Ihre Heimat reicht von den Ost- und Südostalpen, der nordwestliche Teil des Balkans bis nach Asien. Sie ist eine robuste, ausdauernde und pflegeleichte Gartenstaude, die sehr alt werden kann — vorausgesetzt, man stört sie nicht durch zu eifriges Graben oder Hacken. Sie liebt einen eher geschützten bis verborgenen Standort im lichten Schatten von Gehölzen und meidet — wie Mörike sagt — die Sonne. An den Boden stellt sie keine besonderen Ansprüche, humusreiche, lehm- bis kalkhaltig müsste er sein, und er sollte möglichst gut Feuchtigkeit halten können. Auf Staunässe reagieren die ‚Mondkinder‘ allerdings recht empfindlich. Im November beginnt die Zeit der Christrosen. Je nach Art und Sorte dauert ihre Blütezeit bis April. Allerdings zeigen sie ihre zauberhaften Schalenblüten nur, wenn die Temperaturen über dem Gefrierpunkt liegen, doch auch tiefere Temperaturen können ihnen nichts anhaben: Unter 0° C ziehen legen sie ihre zarten Blüten zu Boden und schützen sie damit vor der Frosteinwirkung. Die bekannteste Art ist wohl die Christrose (Helleborus niger), mit ihren weißen bis leicht grünlichen Blüten. Es gibt aber noch einige andere Arten. Die als Frühlings- oder Lenzrosen bekannten Helleborus-Hybriden bieten ein reiches Farbspektrum von weiß bis hellgelb und von hell- bis dunkelrosa, sogar fast schwarze Blüten sind im Handel. Ein sehr attraktives Laub hat auch die Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus). Ihrem recht unrühmlichen Namen macht sie allerdings nur dann Ehre, wenn man ihre Wurzel zerreibt. Und das muss ja nicht unbedingt sein, soll man doch gerade die unterirdischen Teile von Helleborus möglichst in Ruhe lassen. Die zahlreichen Blüten und das immergrüne Laub sind auf jeden Fall ein angenehmer Anblick. Die meisten Christrosen haben immergrüne Blätter, die nicht nur ein schöner Winterschmuck sind. Das Laub bereichert die Beete das ganze Jahr über und besonders im Halbschatten von Gehölzen kann so manche Lücke mit dieser zauberhaften Winterblume gefüllt werden. In der Mythologie hat die Christrose eine lange Tradition. Ihren deutschen Namen hat sie wohl der Erzählung zu verdanken, nach der einer der Hirten, die auf dem Weg nach Bethlehem waren, sehr traurig darüber, dass er kein Geschenk bei sich trug. Er weinte bitterlich und dabei fielen Tränen auf die Erde. Aus ihnen wuchsen Blüten — schön wie Rosen. Der Hirte war glücklich und überbrachte dem Jesuskind die ‚Christrosen‘. Unter den vielen Bezeichnungen für die Christrose findet sich auch der Name ‚Orakelblume‘. So stellte man in der Weihnachtsnacht zwölf Blütenknospen der Christrose ins Wasser, für jeden Monat des Jahres eine. Aus der Anzahl der geöffneten Blüten schloss man auf das Wetter des kommenden Jahres. Geschlossene Knospen bedeuteten schlechtes, offene gutes Wetter. Alle Teile der Pflanze sind übrigens stark giftig. Deshalb spielte Helleborus wohl auch bereits im Altertum als Heil- und Giftpflanze eine große Rolle. Der lateinische Name (helleborio = lat. verrückt) deutet auf die Verwendung hin, als man glaubte, Geisteskrankheiten damit heilen zu können. Heute gilt die Christrose als wertvolle Heilpflanze in der Homöopathie, in der Humanmedizin werden Wurzelextrakte bei Herz- und Kreislaufbeschwerden verwendet. Die Christrose ist also mehr als nur eine Staude für halbschattige Standorte. Seit jeher hat diese liebreizende Winterblume die Menschen fasziniert. Die zahlreichen Sagen, Mythen und Geschichten, die sich um sie ranken, machen sie daher um so interessanter. Sie gilt als eine der schönsten Schnitt- und Topfblumen im Winter — die Amaryllis oder zu deutsch- der Ritterstern. Die große, dicke, braune Zwiebel, die im Herbst im Fachhandel angeboten wird, lässt sich in Gedanken aber nur schwer mit dem Bild auf der Packung in Verbindung bringen. Amarylliszwiebeln entwickeln riesige, prachtvolle Blüten, die besonders im Winter ein wunderschöner Blumenschmuck im Zimmer sind. Schon unsere Großmütter schätzten die leuchtend roten Blüten auf der Fensterbank und bis heute hat die Auswahl der Sorten enorm zugenommen. Da gibt es weiße, rote, lachsfarbene, gestreifte, gefüllte und gepunktete Sorten. Kaum zu glauben, welche Pracht sich aus der unscheinbaren Zwiebel entwickelt. Vor dem Einpflanzen empfiehlt es sich, die Zwiebel über Nacht in ein flaches, mit Wasser gefülltes Gefäß zu stellen, dadurch werden die Wurzeln ‚geweckt‘. Dann wird die Amaryllis in eine Topf mit durchlässiger Erde gepflanzt. Allerdings wird sie nicht eingegraben sondern so hoch gesetzt, dass ca. 2/3 der Zwiebel in der Erde steckt und 1/3 über der Erde ragt. Vorsicht auch mit den Wurzeln. Sie dürfen weder geknickt noch gequetscht werden. Ab jetzt wird die Amaryllis nur mäßig gegossen. Erst wenn der grüne Austrieb sichtbar wird, werden die Wassergaben etwas erhöht. Die Temperatur sollte auch nicht unter 18°C liegen, ein sonniger Platz am Fenster ist ideal. Steht die Amaryllis zu kühl und zu feucht, besteht nämlich Fäulnisgefahr. Wenn die Zwiebel dann Blätter und einen dicken Blütenschaft ausbildet, wird mehr gegossen. Die Erde sollte ab jetzt nicht austrocknen. Spannend wird es dann, wenn sich aus dem Schaft die dicke Knospe entwickelt, aus der sich prachtvollen Blüten öffnen. Was aber macht man dann mit der Zwiebel, die ja auch nicht gerade billig war? Mit etwas Glück bringt man die Amarylliszwiebel nämlich im nächsten Jahr wieder zum Blühen denn sie ist viel zu schade zu Wegwerfen. Alle abgeblühten Teile werden gleich entfernt, weil die Samenausbildung der Zwiebel nur unnötig Kraft rauben würde. Sind alle Knospen verblüht, wird die Pflanze regelmäßig gedüngt. Auch wird soviel gegossen, dass die Erde nicht trocken wird. Die Amaryllis ist dann den Sommer über eine dekorative Blattpflanze, die auch gut im Freien stehen kann. Ab Mitte/Ende September stellt man dann sowohl die Düngung als auch das Gießen vollständig ein — auch wenn es schwer fällt, eine Pflanze ‚vertrocknen‘ zu lassen. Die Blätter werden abgeschnitten und die Zwiebel beginnt ihre absolute Ruhephase im kühlen Keller bei ca. 10°C. Nach einigen Wochen, etwas Mitte November wird die Amaryllis wieder erweckt. Sie bekommt einen Topf mit frischer Erde und einen Platz im Zimmer bei ca. 18 — 20° C, wo sie wieder zu neuer Blütenpracht erwacht. Übrigens: Der Ritterstern, den wir mit Amaryllis bezeichnen, heißt unter Fachleuten eigentlich Hippeastrum. Er wird nur fälschlicherweise als Amaryllis bezeichnet, was aber eigentlich der Name der Belladonnalilie ist, die aus Südafrika stammt. Doch hat sich der Begriff Amaryllis mittlerweile für die prächtigen Rittersterne eingebürgert. Für seinen botanischen Namen gibt es zwei Erklärungen. Entweder stammt die Bezeichnung ‚Hippeastrum‘ vom griechischen hippeus = Ritter und astron = Stern ab, oder — und das ist eine etwas bildlichere Erklärung — stand das griechische Wort hippos = Pferd Pate, weil die geschlossenen Blüten an einen Pferdekopf erinnern sollen. Bei Adventskranz, Tannenzweigen und Weihnachtssternen fällt es kaum mehr auf, dass sich auch der Garten in den Winterschlaf verabschiedet hat, gehören die Wintermonate doch nicht unbedingt zu einer Jahreszeit, die an blühende Gehölze denken lässt. Doch so einige Sträucher beginnen ihre Blütezeit bereits im November/Dezember. Bei der Auswahl von Gehölzen für den Garten ist es also durchaus lohnend, auch an einen solchen Winterblüher zu denken. Der Winterschneeball (Viburnum x bodnantense ‚Dawn‘) und sein Verwandter, der Duftschneeball (Viburnum farreri) beginnt mit seiner Blüte oftmals schon im November. Beide haben die für Schneeballarten typischen rosa- weißlichen Blütenbällchen, die aus zahlreichen stark duftenden Einzelblüten bestehen. Schneeball liebt einen geschützen sonnigen bis halbschattigen Standort und blüht den ganzen Winter über bis zur Hauptblüte, die im März/April beginnt. Zu den Winterblühern gehört auch eine Art der Ölweide (Eleagnus ebbingei). Ihre duftenden, weißen Blütenbüschelchen erscheinen bereits von Oktober bis November. Obwohl sie meist im wintergrünen Laub verborgen sind, verströmen sie einen intensiven süßlichen Duft. Der bis zu 3 m hohe Strauch braucht einen geschützten schattigen-halbschattigen Standort, der nicht zu nährstoffreich sein sollte. Die Schneekirsche (Prunus subhirtella ‚Autumnalis‘ und ‚Autumnalis Rosea‘) beginnt bei milder Witterung im November/Dezember mit der ersten Blüte. Die Schneekirsche kann bis zu 5 m hoch werden und blüht weißlich-rosa. An den Standort stellt sie keinen großen Anspruch, sie toleriert fast alle Gartenböden. Sonnige Südseiten verwandelt der Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) bei milden Temperaturen bereits von Dezember, spätestens aber ab Februar in gelb blühende Wände, wenn er seine Triebe über Mauern oder Gerüste legen darf. Bis zu 3 m können die einzelnen rutenförmigen und bogig überhängenden Zweige lang werden, die in den ersten Jahren allerdings etwas langsam wachsen. Winterjasmin eignet sich also gut, kahle Mauern oder Wände aufzulockern, und dies sowohl als aufrecht wachsende Kletterpflanze als auch von oben überhängend. Wahrhaft zauberhaft blüht die Zaubernuß (Hamamelis x intermedia u. Hamamelis mollis). Selbst starke Fröste hindern sie nicht an ihrer zarten Blüte, deren Farben je nach Sorte von gelb über orange bis rosa reicht. Die zarten Blütensternchen erscheinen teilweise schon im Dezember/Januar. Im Februar/März ist dann die Hauptblüte der Zaubernüsse, von denen einige Sorten zudem einen sehr angenehmen süßen Duft haben. Ihrer frühen Blüte, der schönen Wuchsform und der oft prachtvollen Herbstfärbung wegen verdienen Zaubernüsse eine Einzelstellung im Garten. Sie lieben einen geschützten Standort auf gutem, durchlässigen Boden. Ein bisschen Geduld muss man ihnen allerdings entgegenbringen, denn Zaubernüsse brauchen oftmals ein paar Jahre, bis ihr Wachstum so richtig in die Gänge kommt. Und noch ein Gartenschatz blüht bereits im Winter. Er gehört zwar nicht zu den Gehölzen sondern zu den Stauden, gilt aber als der klassische Winterblüher schlechthin. Die Christrose, oder Schneerose oder Nieswurz, wie Helleborus niger je nach Region bezeichnet wird. Die kleine, äußerst ausdauernde Gartenstaude mit den weißen Blütenschalen blüht von Dezember bis März, wenn die Temperaturen über 0° C liegen. Sie liebt einen Standort im lichten Schatten, der die Feuchtigkeit länger hält, vor allzu intensiver Sonneneinstrahlung und vor starken Winden schützt. Christrosen können sehr alt werden, vorausgesetzt sie werden nicht durch zu eifriges Hacken und Graben gestört. Schon einige wenige Christrosenblüten verströmen im Zimmer einen angenehmen Duft. Weitere Gartentipps gibt es außerdem unter: www.kitzingen.de/behördenführer/gartenkultur und landespflege Das Haus ist gebaut, der Garten soll angelegt werden und was noch fehlt, ist der richtige Baum. Die Entscheidung, welcher Baum es denn sein soll ist aber nicht leicht, gilt diese Wahl doch fürs Leben und hat recht langlebige und weitreichende Folgen. Ein Baum ist ein Begleiter. Schon vor tausend Jahren wurden Bäume als Zeichen der Verbundenheit mit einem bestimmten Ort gepflanzt. Bäume waren und sind nicht nur das Symbol des Lebens sondern auch des Schutzes und der Geborgenheit. Und unsere Vorfahren pflanzten die Bäume ganz bewusst nah zum Haus, sollten sie doch Wind und Regen abhalten, als Blitzableiter dienen und Haus und Hof im Sommer kühlen Schatten spenden. Heute haben Bäume in den Gärten meist gestalterische Funktionen. Sie werden bewusst zur Raumbildung oder Betonung einzelner Elemente eingesetzt, und sie bilden das Gerüst im Garten, an dem sich die weitere Gestaltung orientiert. Die Auswahl des Baumes richtet sich daher in erster Linie nach den Standortbedingungen (sonnig, schattig, trocken, feucht usw.) und nach dem Platzangebot für das neue Gehölz. Schließlich soll der Baum auch in 20 oder 30 Jahren noch Platz und Raum im Garten haben, wenn er seine volle Pracht und Schönheit entfalten kann. Leider erreichen viele Gartenbäume diesen Zustand nicht, denn das zarte Stämmchen eines Jungbaumes verleitet oft dazu, den Platzbedarf der nächsten Jahrzehnte viel zu gering einzukalkulieren. Ein großer Laubbaum, wie z.B. eine Linde oder Kastanie braucht aber nicht nur genügend Raum zur Entfaltung ihrer Wirkung, sie darf auch das Haus nicht optisch erdrücken. Die Proportionen von Haus, Garten und Baum sollten deshalb aufeinander abgestimmt werden. Ein kleiner Garten mit einem kleinen Gebäudekörper verträgt meist auch nur einen kleineren Baum. Das Angebot an Bäumen, die nur 8 bis 15 Meter hoch werden, ist durchaus vielfältig. Feldahorn, Vogelbeeren, Felsenbirnen, und nicht zu vergessen die Obstbäume, wie Apfel, Zwetschgen, Birnen, Quitten usw. bleiben nicht nur niedriger, sie bilden auch weniger mächtige Kronen aus. Wo viel Platz ist sind große Bäume wie Berg- oder Spitzahorn, Walnuss, Linden, Kastanien, Eschen und viele mehr eine wahre Bereicherung für eine Gartenfläche. Welcher Baum wohin passt ist aber nicht alleine eine Frage des Standortes. Bei allen technischen Fragen der Standortwahl, wie Abstand von Haus und Grundstücksgrenze (Bäume die höher als 2 m sind, müssen in mind. 2 m Abstand zur Grenze gepflanzt werden) oder Wurzelausbildung (Kanal- und Leitungsverläufe beachten) ist ein wichtiges Auswahlkriterium die persönlichen Vorlieben. Ein Baum ist ein Begleiter fürs Leben. Diesen Begleiter sollte man sich vorher gründlich aussuchen, denn Baum ist nicht gleich Baum. Blattform, Blüte, Früchte, Herbstfärbung und Wuchsform sind bei jeder Baumart anders. Deshalb sollte man sich ruhig Zeit lassen mit der Wahl eines Baumes und seine Favoriten lieber einmal alle Jahreszeiten hindurch beobachten. Bäume im Garten sind aber mehr als nur gestalterisches Element. Ein großer Laubbaum produziert täglich 40 kg Sauerstoff, dies entspricht dem Bedarf von 10 Menschen. Bäume reinigen die Luft von Staub (eine dreißigjährige Kastanie bindet pro Jahr ca. 120 kg Staub), und sie mindern den Lärm und bremsen den Wind. Sie sind Gerüst für Baumhäuser und Hängematten und schützen vor den mittlerweile schädlichen Sonnenstrahlen an heißen Tagen. Außerdem bieten sie vielen Tieren und Kleinstlebewesen Nistgelegenheit, Nahrung und Unterschlupf. Die Blätter sind im Winter eine schützende Decke für den Boden und Unterschlupf für viele Nützlinge. Das oft beklagte viele Laub, das so ein Baum produziert dient dem Garten als wertvolles Dünge- und Mulchmaterial. Auf Stauden- und Gemüsebeeten und zwischen Sträuchern leistet es wertvolle Dienste zur Bodenverbesserung. So ein Baum ist eben mehr als nur ein Stamm mit Krone. Die Entscheidung für eine Baumart ist also keine leichte Sache. Für eine sorgfältige Auswahl in der Baumschule sollte man sich daher ruhig Zeit lassen. 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