Maximilians Sechser im Lotto
Qualifizierte Tagesmütter sind eine wichtige Stütze des Betreuungsangebots
 Sie sind oft die letzte Rettung für berufstätige Eltern, deren Arbeitsbeginn und -Ende außerhalb der üblichen Bürozeiten liegen: die Tagesmütter. Sie sind aber nicht nur aufgrund ihrer Flexibilität, sondern auch im Hinblick auf den Rechtsanspruch auf ein Betreuungsangebot ab 2013 gefragt.

31 qualifizierte Tagesmütter sind zurzeit beim Jugendamt Kitzingen gemeldet. Eine von ihnen ist Regina Krüger. Die Mutter einer Tochter kümmert sich seit zwei Jahren beruflich um fremde Kinder und hat in dieser Zeit mindestens ein Kinderherz im Sturm erobert. Maximilian strahlt übers ganze Gesicht, als er mit seinem Vater durch die Tür tritt und streckt die kleinen Arme nach seiner Tagesmutter aus. Den Kleinen betreut Regina Krüger seit er drei Monate alt ist. Sie beobachtet seine Fortschritte und kennt seine Vorlieben und Launen. Bei Regina Krüger hat Maximilian so etwas wie ein zweites Zuhause.

So, wie auch die drei anderen Kinder, die die Tagesmutter betreut. An drei Tagen in der Woche ist sie von 7 bis 20 Uhr im Einsatz. „Man muss voll hinter der Sache stehen“, betont Regina Krüger, denn an den Tagen, an denen die Kinder im Alter von acht bis 16 Monaten bei ihr sind, richtet sich ihr gesamter Tageablauf nach den Kleinen. Mal eben mit der Freundin telefonieren ist da nicht drin. „Und auch finanziell darf man nicht auf die Stunden umrechnen“, erklärt Krüger. Rund 440 Euro im Monat bekommt sie zum Beispiel für 40 Stunden Betreuung pro Woche. Dafür aber gibt es strahlende Kinderaugen und tolle Komplimente. Wie das eines Vaters, der Regina Krüger einmal als Sechser im Lotto bezeichnet hat.

Die Arbeit wird Regina Krüger und ihren 30 Kolleginnen auch in Zukunft nicht ausgehen. Vielmehr ist das Jugendamt ständig auf der Suche nach Frauen, die sich zur qualifizierten Tagesmutter weiterbilden möchten. Qualifiziert werden sie genannt, weil sie einen Qualifizierungskurs an der Fachstelle für Kindertagesbetreuung im Jugendamt durchlaufen oder eine anerkannte pädagogische Ausbildung haben. „Vor allem in Wiesentheid, Kitzingen und auch Volkach besteht Bedarf an Tagespflegepersonen“, erklärt Johannes Wagenblast von der Fachstelle für Kindertagesbetreuung im Landratsamt. Durch immer flexiblere Arbeitszeiten und den ab 2013 geltenden Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab einem Jahr wird auch der Bedarf an Tagesmüttern weiter steigen. Denn es ist damit zu rechnen, dass 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren einen Betreuungsplatz benötigen werden.

Dem Rechtsanspruch an sich sieht Kathleen Regan, Abteilungsleiterin im Landkreis Kitzingen aber gelassen entgegen. „Wir müssen laut Hochrechnung 2013 für 737 Kinder unter drei Jahren eine Betreuung bereitstellen“, erklärt sie und betont: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“ Vor allem das Engagement der Gemeinden hebt Regan hier hervor: „Innerhalb von drei Jahren haben wir über 200 Plätze geschaffen.“ Gab es 2006 circa 260 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren, gibt es heute schon fast 500. Die noch fehlenden Plätze können bis 2013 durch weitere Kindertagesstätten und Tagesmütter aufgebaut werden. „Wir sind eine familienfreundliche Top-Region und werden es auch in Zukunft bleiben“, betont Regan. Und auch Regina Krüger blickt positiv in die Zukunft. Sie fühlt sich durch ihre Aufgabe ausgefüllt und sie wird sicher auch in Zukunft von vielen Familien gebraucht. Nur über eines denkt sie manchmal nach: „Ich hätte schon viel früher Tagesmutter werden sollen.“

Informationen zum Thema qualifizierte Tagesmutter bekommen Sie unter www.kitzingen.de/aktuell im Bereich Jugendamt oder direkt bei Johannes Wagenblast unter der Nummer (09321)928 -5111. Es gibt auch einen Flyer zur Kindertagespflege, der im Landratsamt ausliegt.

Auf dem Bild:
Der kleine Maximilian beobachtet aufmerksam seine Tagesmutter Regina Krüger. Seit zwei Jahren arbeitet sie als Tagesmutter, aktuell betreut sie vier Kinder.


Erstellt am 01.02.2010 09:43, geändert am 01.02.2010 09:54

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