Schlicht und doch besonders Ihr Strahlen spricht Bände. Julia Jordan und Margitta Wagner freuen sich unbändig, dass ihr Entwurf des Landkreis-Pavillons für die Kleine Gartenschau realisiert wird. Die beiden jungen Frauen studieren im vierten Semester Architektur an der FH Würzburg-Schweinfurt und hatten sich mit ihren Kommilitonen an dem Wettbewerb beteiligt.„Der Pavillon sollte vor allem flexibel sein“, erklärt Julia Jordan die Idee, die hinter ihrem Entwurf steckt. „Er sollte schlicht sein und durch seine Einfachheit bewusst einen Gegenpol zur Blütenpracht und den organischen Formen der Gartenschau setzen.“ Die beiden haben deshalb mit den schlichten Formen gespielt, die Idee der verschiebbaren Wände entwickelt und den einfachen Korpus durch die Silhouette Kitzingens durchbrochen, die nachts leuchten soll. Anregungen bekamen sie unter anderem auf der Homepage des Landkreises, doch eigentlich war die Aufgabe – zumindest für Margitta Wagner – quasi ein Heimspiel. Sie ist in Kitzingen aufgewachsen und hat bis vor zwei Jahren hier gewohnt. Und so lag ihr das besondere Gefühl für diese Aufgabe ja vielleicht sogar im Blut. 22 Entwürfe waren von den Studenten, die immer in Zweiergruppen gearbeitet haben, entstanden, zehn kamen in die Vorauswahl. In seiner jüngsten Sitzung entschied sich der Wirtschafts-, Kultur- und Tourismus-Ausschuss dann für den Pavillon, der den klangvollen Namen „Pavillon im Fluss“ trägt. Er ist variabel, flexibel und hat seinen Standpunkt in der Nähe des Mains. Die Kreisräte stimmten einstimmig für den Entwurf, der auch von der Verwaltung favorisiert wurde. Der Pavillon ist leicht transportierbar, kann also weiterverwendet werden und liegt im Kostenrahmen. Außerdem erfüllt er die gestellten Anforderungen wie eine überdachte Grundfläche, fahrbare Theke, Wandflächen als Ausstellungshintergrund, Barrierefreiheit sowie eine abschließbare Teeküche. Dass gerade ihr Pavillon ausgesucht wird, daran haben die beiden jungen Frauen gegen Ende hin gar nicht mehr geglaubt. „Bei der Vorstellung der Modelle wurde klar, dass unsere Idee mit den versenkten Schienen, durch die die Seitenwände geführt werden, nicht für die Gartenschau realisierbar ist.“ Doch Kreisbaumeister Joachim Gattenlöhner hat sich hierfür eine Lösung überlegt: Die Seitenwände können auch über die Decke getragen werden und schweben über dem Boden. Nur können die Seitenteile so nicht mehr komplett aufgeschoben werden. Doch diese Abänderung nehmen die beiden angehenden Architektinnen gerne in Kauf. Gespannt blicken sie der Realisierung ihres Modells entgegen, denn „wann hat man als Student schon einmal die Gelegenheit, dass ein Entwurf tatsächlich gebaut wird?“ Landrätin Tamara Bischof gratulierte den Studentinnen persönlich zu ihrer hervorragenden Arbeit: „Sie Beide werden bestimmt noch von sich reden machen“, ist sich die Landrätin sicher. „Sie haben uns einen tollen Entwurf geliefert! Ich bin sicher, unser Pavillon auf der Kleinen Gartenschau wird ein voller Erfolg und allen Besuchern gefallen“, betont Bischof. Und auch Dorothea Voitländer, die Professorin der beiden Studentinnen, ist einer Meinung mit der Landrätin. Dem Entwurf des Pavillons, der als Studienarbeit gezählt wird, gab sie die Traumnote 1,0. Auf dem Bild: Margitta Wagner (links) und Julia Jordan sind die Architektur-Studentinnen, deren Entwurf eines Landkreis-Pavillons für die kleine Gartenschau realisiert wird. Erstellt am 04.08.2010 14:12, geändert am 26.08.2010 10:55 |
