
Erschreckendes Ergebnis „Damit haben wir nicht gerechnet“, ist die Reaktion von Jugendamtsleiterin Tanja Meeder auf das Ergebnis. In 32 Tankstellen, Supermärkten und Getränkehandlungen wurden Testkäufe durchgeführt, in 21 Fällen – 66 Prozent – wurde den minderjährigen Testkäufern eine Flasche Wodka verkauft. „Das ist erschreckend“, betont Herbert Köhl vom Kreisjugendring, vor allem weil es im Vorfeld der Aktion umfassende Öffentlichkeitsarbeit sowie eine Aufklärungskampagne gab. In einem Pressegespräch wurde das Projekt vorgestellt und angekündigt, außerdem besuchten die Jugendbeamten der Polizeiinspektion Kitzingen über 70 Verkaufsstellen im Landkreis persönlich und informierten die Mitarbeiter über den Jugendschutz. Wie Köhl aber auch weiß, ist der Landkreis mit diesem Ergebnis kein Einzelfall: „Andere Landkreise haben ganz ähnliche Erfahrungen gemacht.“ „Informiert über den Jugendschutz waren alle Verkäufer“, berichtet Köhl von den Testkäufen. Oft hätten sie beteuert, dass sie sonst immer kontrollieren würden. „In sechs der 21 Fällen, in denen Alkohol verkauft wurde, haben die Verkäufer sogar nach dem Ausweis gefragt, dann aber anscheinend nicht richtig gerechnet“, vermutet Köhl. Auch Joachim Strittmatter, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Kitzingen, ist erschrocken über das eindeutige Ergebnis: „Jugendliche müssen nicht mal Tricks anwenden, um an hochprozentigen Alkohol zu kommen.“ Abgelaufen sind die Testkäufe nämlich immer nach dem gleichen einfachen Schema. Verschiedene minderjährige Auszubildende des Landratsamts versuchten hochprozentigen Alkohol an der Kasse zu kaufen, ein Polizist in Zivil sowie ein Mitarbeiter des Jugendamts beziehungsweise des Kreisjugendrings beobachteten die Testkäufe. Wurde den 17-Jährigen der Alkohol verkauft, haben sich die Begleiter eingeschaltet. Der Alkohol wurde zurückgegeben und die Verkäufer belehrt. „Im Nachhinein haben wir die Verkäufer noch einmal angeschrieben und verwarnt, ein Bußgeld wollten wir bei der ersten Testrunde noch nicht verhängen“, erklärt Meeder. Als Konsequenz wird es aber weitere Testkäufe geben, „dann mit Bußgeldern“, betont die Jugendamtsleiterin. Erstellt am 26.01.2012 10:26, geändert am 27.01.2012 09:24 |
