Landrätin Tamara Bischof auf den Spuren des Plastikrecyclings

Philipp Kuhn von der Kommunalen Abfallwirtschaft informierte Landrätin Tamara Bischof über die neue Sammlung von Hartkunststoffen am Wertstoffhof.

Foto: Corinna Petzold

Wie steht es eigentlich um das Kunststoffrecycling im Landkreis Kitzingen? Darüber wollte sich Landrätin Tamara Bischof bei ihrem Besuch am Wertstoffhof einen Eindruck verschaffen.

In Deutschland werden jährlich rund 5 Millionen Tonnen an Hartkunststoffen produziert, die uns auch im heimischen Haushalt auf Schritt und Tritt begegnen. Aktuell werden davon jedoch nur sieben Prozent recycelt.

Anfang 2018 nahm der Wertstoffhof im Kitzinger conneKT-Technologiepark seinen Betrieb auf. Der neue Standort bietet viel Platz, sodass der Landkreis das Annahmespektrum deutlich erweitern konnte. Zu den neu hinzugekommenen Sammelfraktionen zählen Hartkunststoffgegenstände aus dem Haushalt. Das können beispielsweise Wäschekörbe, Eimer, Wannen oder Gießkannen aus Plastik sein, aber auch Spielzeug und Gartenmöbel aus Kunststoff können abgegeben werden. Die Abgabe am Wertstoffhof ist kostenfrei.

63 Tonnen im ersten Jahr

«63 Tonnen sind für das erste Jahr ein prima Ergebnis», freut sich Landrätin Tamara Bischof, «vor allem, wenn man bedenkt, dass die Plastiksachen nur wenig wiegen.» Der Sammelcontainer für Hartkunststoffe am Wertstoffhof fasst 36 Kubikmeter. Ist er voll, wird er zunächst nach Schweinfurt transportiert. Dort wird das Material verpresst, damit so wenig wie möglich Luft durch die Gegend transportiert wird, und dann zwischengelagert.

Bei der Sammlung von Hartkunststoffen kooperiert der Landkreis Kitzingen mit der Stadt Schweinfurt und dem Landkreis Rhön-Grabfeld. Sobald eine sinnvolle Transporteinheit zusammengekommen ist, gehen die Kunststoff-Ballen auf die Reise in den Südharz nach Niedergebra. Dabei nehmen Lkws, die Waren nach Süden transportieren, das Material auf ihrer Rückfahrt mit. So werden Leerfahrten vermieden, was sowohl ökologisch als auch ökonomisch Sinn macht.

Im modernen Recyclingwerk in Niedergebra werden die Kunststoffgegenstände zunächst geschreddert und Störstoffe entfernt. In einem weiteren Schritt werden die Kunststoffsorten Polyethylen und Polypropylen abgetrennt, die sich besonders gut für den Einsatz in Recyclingprodukten eignen. Das Mahlgut wird anschließend verdichtet und eingeschmolzen, sodass am Ende des Verwertungsprozesses kleine Kugeln entstehen, das sogenannte Kunststoffgranulat.

Der ideale Rohstoff zur Weiterverarbeitung

Die Regranulate weisen eine hohe Qualität auf und sind ein idealer Rohstoff für die weitere Verarbeitung. Recyclingkunststoff kann in vielen hochwertigen Endprodukten Verwendung finden. So unter anderem in Autoteilen, Komponenten für Haushaltsgeräte, Transportverpackungen, Büromöbeln, Mülltonnen oder Gartengeräten und -zubehör. Aber auch im Haushalt begegnen uns Produkte aus Recyclingkunststoff, beispielsweise in Form von Putzeimern, Staubsaugerzubehör, Werkzeugkästen oder als trendige Sitzmöbel aus Plastik.

«Der Anfang ist gemacht», erklärt Landrätin Tamara Bischof, «nun wollen wir natürlich die Sammelmengen in den kommenden Jahren noch kräftig steigern.» Sie baut dabei darauf, dass die Landkreisbürgerinnen und -bürger weiterhin so engagiert beim Abfalltrennen mitmachen wie bisher.

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