Unser Dorf hat Zukunft

Der Wettbewerb »Unser Dorf hat Zukunft« will die Lebensqualität im ländlichen Raum steigern und die Zukunftsperspektiven in den Dörfern verbessern. Gemeinden gestalten gemeinsam mit ihren Bürgern aktiv ihr Lebensumfeld.

Dorfgemeinschaften im Landkreis Kitzingen kümmern sich. Dieses herausragende bürgerschaftliche Engagement wurde auch im Wettbewerb vielfach ausgezeichnet, mit

  • 2010 Bundes-Silber für Sulzfeld am Main (Kreis-, Bezirks- und Landes-Gold)
  • 2013 Bundes-Gold für Sommerach (Kreis-, Bezirks- und Landes-Gold)
  • 2014 Bezirks-Silber für Mainstockheim (Kreis-Silber und Kreis-Gold)
  • 2019 Bundes-Silber für Hellmitzheim, Stadt Iphofen (Kreis-, Bezirks- und Landes-Gold)

Der Wettbewerb beginnt alle drei Jahre auf Kreisebene, betreut und organisiert von der Kreisfachberatung. Teilnehmen können Gemeinden und Ortsteile mit weniger als 3.000 Einwohnern.
In den darauf folgenden Jahren vertritt das jeweils ausgezeichnete Dorf
den Landkreis Kitzingen auf Bezirksebene,
den Bezirk Unterfranken auf Landesebene,
das Land Bayern im Bundesentscheid.

Bewertet werden fünf Bereiche, die entscheidend für die ausgewogene Entwicklung eines Dorfes sind:

  • Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen
  • soziales und kulturelles Leben
  • Baugestaltung und Bauentwicklung
  • Grüngestaltung und Grünentwicklung
  • Dorf in der Landschaft

Der 27. Wettbewerb findet im Zeitraum 2022-2025 statt,
mit dem Kreisentscheid im Jahr 2022.

Auch Sie leisten Vorbildliches um Ihre Gemeinde zu entwickeln?
Sie möchten gemeinsam zielgerichtet handeln, mit fachkundiger Beratung?
Wir informieren und beraten gerne.

Ein Preis für die Gemeinschaft

Hellmitzheimer nehmen die Auszeichnung im Landesentscheid (2018) entgegen
mit Staatsministerin Michaela Kaniber, Regierungspräsident Paul Beinhofer, Landrätin Tamara Bischof, Pfarrerin Christine Kern, Bürgermeister Josef Mend, stellvertretender Bürgermeister Ludwig Weigand, Kreisfachberaterin Mechthild Engert

Foto: Reger @StMELF

Hellmitzheim hat Zukunft - Stimmen zum Wettbewerb

Ein kleines Dorf im Steigerwaldvorland ist Deutschlandweit ausgezeichnet

Am 7. Juli 2019, einem Sonntag, waren sicher alle 389 Hellmitzheimer schon früh auf den Beinen. Von weither waren viele gebürtige Hellmitzheimer zur Unterstützung gekommen. Städtebauliche Rahmenpläne und Konzepte und Vorher-Nachher-Abbildungen wurden an strategisch wichtigen Orten aufgehängt, die letzten Spezialitäten aus den Früchten der Hellmitzheimer Gärten und Flur wurden gekocht und gebacken, Gurkenschalen zuletzt in Fledermaus-Form von Hand geschnitzt. Häuser und Höfe glänzten, die Gärten blühten, Bienen schwirrten und im Hutewald sammelten sich Rotwild und Fränkisches Gelbvieh. Eigentlich war alles wie immer, nur ein wenig aufgeregter. Denn Punkt für zwölf Uhr hatte sich die Jury angekündigt. Hellmitzheim empfing die Bundeskommission des Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“. 

Die fast 20 Frauen und Männer um den Vorsitzenden, den hessischen Landrat Dr. Reinhard Kubat, hatten in fast vier Wochen in allen Bundesländern schon 26 Dörfer begutachtet. Hellmitzheim war das 27. von 30 Dörfern. In höchstens drei Stunden galt es jetzt, zu zeigen und zu erklären, was mit bürgerschaftlichem Engagement, auch gemeinsam mit der Stadt Iphofen, seit vielen Jahren erreicht wurde. Über vier Jahre hatten sich die Hellmitzheimer den Jurys im Landkreis, im Bezirk Unterfranken und dann im Land Bayern gestellt. Jedes Mal waren sie mit einer Goldmedaille ausgezeichnet worden und erreichten die nächste Ebene. Die Auszeichnung im Januar 2020 in Berlin war also schon sicher. Aber es war den Hellmitzheimern nie um einen Preis gegangen. „Wir wollen unser Dorf gemeinsam voranbringen“, war und ist das Ziel.

„Unser Dorf hat Zukunft“ ist eine Chance. Die Aktion regt die Teilnehmer an, sich intensiv mit ihrem Ort, den Möglichkeiten und den Wünschen zu beschäftigen. Im Mittelpunkt stehen soziale und kulturelle Aktivitäten, Konzepte zur wirtschaftlichen Entwicklung, Baukultur und Bauentwicklung und die Gestaltung der Freiflächen und der Landschaft.

In Hellmitzheim ist der Strukturwandel in der Landwirtschaft gut gemeistert worden. Die landwirtschaftlichen Betriebe arbeiten eng zusammen. Die Stadt Iphofen unterstützt mit einem einzigartigen Förderkonzept die Aussiedlung von Stallgebäuden. Die Betriebsstelle bleibt im Ortskern, der lebendig ist und wenig von Lärm und Gerüchen belastet ist. So können Wohnhäuser dort entstehen, wo Ställe und Scheunen leer stehen, „Bauflächen ohne neues Bauland“. Die landwirtschaftlichen Nebengebäude werden auch rege von kleineren Handwerksbetrieben genutzt, die sich mit innovativen Ideen sogar weltweit behaupten können.

Flächensparen und das Stärken des Ortskerns hat in Hellmitzheim eine lange Tradition. Schwer getroffen von Bomben im zweiten Weltkrieg wurde vieles rasch aufgebaut. Mit dem Kindergarten mitten im Ort wurde 1995 die letzte Baulücke geschlossen. Öffentlich genutzte Gebäude sind im Schatten des Kirchturms geblieben. Das sorgt für Gemeinschaft und den guten Austausch. In der früheren Schafscheune hat sich schon lange der Sportverein zeitgemäße Trainingsräume geschaffen. Die Milchsammelstelle beherbergte bis vor kurzem die Bankfiliale, jetzt ist dort eine Foto-Galerie. In der Gemeinschaftsgefrieranlage sind Räume für die Feuerwehr eingerichtet. Um das Bürgerhaus, ein denkmalgeschütztes Bauernhaus aus dem 16. Jahrhundert, hat sich schon 1988 ein Verein gegründet. Heute treffen sich dort die Hellmitzheimer Jugendlichen, Musikschule und Patchwork-Gruppe. Über 200 Belegungen gibt es im Jahr. Im ersten Stock haben nun die Fledermäuse ihr Revier. Das „Flatterhaus“ ist eine stimmungsvolle Erlebniswelt um die Lebensweise der Fledermäuse der Hellmitzheimer Bucht, und um Mythen über die Geschöpfe der Dämmerung. Zusätzlich gibt es in Hellmitzheim zwei Schankwirtschaften und ein Haus der Kirchengemeinde. Mehr als 20 Vereine und Gruppierungen brauchen Platz zum Reden, Proben, Feiern.

Häuser, Straßen und Plätze werden immer wieder saniert und angepasst. Alle Maßnahmen werden, wie überall in der Stadt Iphofen und ihrer Stadtteile fachkundig beraten, kostenlos für die Bauwilligen. Was in Hellmitzheim so wirkt, als wäre es schon immer so gewesen, ist das Ergebnis jahrelanger Mühen, Abstimmungen und Planungen. Die großzügigen Straßenanger sind heute weitgehend grün, die Fahrstraßen so schmal wie möglich. Auffallend viele Großbäume prägen das Ortsbild, meistens Linden und Walnussbäume. Den Hellmitzheimern ist kein Herbstlaub lästig. Dorfgemäßes Grün, Gemüse- und Obstgärten, grüne Wohnhöfe, gute Lebensräume, nicht nur für Menschen, sind eine Herzensangelegenheit. Die Hellmitzheimer kümmern sich. 

Im Wettbewerb lernten viele Hellmitzheimer ihr Dorf und ihre Nachbarn noch besser kennen. Deutlich wurden die Stärken. Vieles, was ein wenig störend war, wurde einfach so, nebenher gerichtet. Eine verblüffende Erkenntnis war, dass in Hellmitzheim kleinere Wohnungen und Wohnungen zur Miete fehlen. Dem soll bald abgeholfen werden, auch indem Wohnungen im früheren Schulhaus eingerichtet werden. 

Viele Ideen werden noch diskutiert, vom Klimaschutz bis zur Nahversorgung für alle. Der Wettbewerb ist abgeschlossen, aus Berlin, von der Bundeslandwirtschaftsministerin, werden die Hellmitzheimer eine silberne Plakette mitbringen. „Wir bleiben dran. Wir gestalten und feiern gemeinsam“, heißt es in Hellmitzheim.

Ihre Ansprechpartnerin

Dipl.-Ing. TUM Landschaftsarchitektin

| Mechthild Engert

Landratsamt Kitzingen


Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege

Kaiserstraße 4
97318 Kitzingen

(Mo-Fr vormittags)

8.84.12

+49 (9321) 928-4205

+49 (9321) 928-4099

www.kitzingen.de/gartenkultur
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